Festival

Gechillte Stimmung beim Heiko-Open-Air in Herne

Rockbands sorgten beim Heiko Open Air für die richtige Stimmung - hier spielen 13 Crowes auf der Bühne.

Rockbands sorgten beim Heiko Open Air für die richtige Stimmung - hier spielen 13 Crowes auf der Bühne.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Entspannte Stimmung beim „Heisterkamp Open Air“ in Herne. Unsicher sei, wie lange das Festival auf dem Gelände noch stattfinden könne.

Mit dem Sommer kommt auch ein guter Freund in die Stadt, der sich, trotz seines jungen Alters, bereits einen Namen über die Grenzen Wanne-Eickels hinaus als Stimmungskanone vor dem Herrn gemacht hat. Heiko ist zum vierten Mal am Start und lässt am vergangenen Samstag wie gewohnt eine handvoll Bands auf seine tanzfreudigen Anhänger los, die das Rundum-sorglos-Paket des Heisterkamp Open Airs mit offenen Armen annehmen.

Gesorgt ist wirklich für alles: Die Sonne scheint, brennt glücklicherweise jedoch nicht am Limit, funky Sound in der Luft und Strandkörbe für die, die es lieber etwas ruhiger angehen lassen. Füße baumeln aus einem Fenster des Kulturzentrums und wippen zum Groove der St. Paulianer von Le Fly, der sich seinen Weg auch zum anliegenden Spielplatz bahnt, wo Familien mit den Füßen wippen.

Die Post aber geht natürlich direkt vor der Bühne ab, wo die Gitarren im Off-Beat des Schlagzeuges mit schmackhafter Bass-Drum, Trompete und Posaune nach oben tragen. Ellenbogen schwingen an den Körpern mit und die Party unter Freunden ist perfekt. Der gute Heiko weiß zwar wie Stimmung geht, aber eben auch Rücksicht zu nehmen, und so bleibt der Tag ohne Gedränge am Bierstand oder allzu heftige Pogerei.

Heisterkamp Open Air ist gereift

Indes brutzeln Würste auf dem Grill vor sich hin, vom Grillmeister mit der Zange in den richtigen Mood gebracht und schließlich in ein Brötchen gelegt. Die obligatorische Frage, ob „ihr noch Bock habt“, beantwortet sich mit erhobenem Bierbecher und ausgelassener Stimmung von selbst, ehe ein Händemeer Le Fly von der Bühne verabschiedet, die noch einmal aus allen Rohren feuern.

Das Heisterkamp Open Air sei in den letzten Jahren immer weiter gereift und habe besonders im Bereich der Organisation gut zugelegt, erzählt Jakob Terlau. Der Mitbegründer des Rockbüros Herne, das hinter dem Festival steht, hat alle Hände voll zu tun und wenn er nicht gerade durch die Menge wuselt, hat er einen Moment Zeit, um über den Stand der Dinge zu reden: „Wir haben ein Jahr daran gearbeitet, dass es gut läuft, was nur Dank unseres Teams möglich ist.“ In Zukunft sei man sich nicht sicher, wie lange das Festival auf dem Gelände noch stattfinden könne, da Umbaumaßnahmen am Gebäude anstünden: „Das wird nicht nächstes oder übernächstes Jahr passieren, aber wir wünschen uns, dass unsere Kulturarbeit weitergehen kann und wir zusammen mit der Stadt diese Arbeit bestreiten“, so Jakob Terlau.

Etwa 500 Leute gehen an diesem Tag ein und aus, um nicht zuletzt den Headliner „The Toasters“ zu sehen. Viel Posaune legen die New Yorker auf ihren treibenden Walking-Bass, der zum Bierverschütten und verliebten Rumknutschen auf der Sommerwiese einlädt und die Party mit viel Tamtam in den Abend führt, ehe dann auch der letzte Becher für seinen Pfand an den Bierstand zurück geht. Ja, der Heiko ist schon ein dufter Typ, mit dem man mal gefeiert haben sollte.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben