Ausstellungen

Gabriele Klages stellt in der Künstlerzeche Unser Fritz aus

Die Mülheimer Künstlerin Gabriele Klages mit Kameras auf Stelzen. Die Ausstellung "in Formation IV - das Licht ist blind“ ist jetzt in der Künstlerzeche zu sehen.

Die Mülheimer Künstlerin Gabriele Klages mit Kameras auf Stelzen. Die Ausstellung "in Formation IV - das Licht ist blind“ ist jetzt in der Künstlerzeche zu sehen.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Mülheimer Künstlerin Gabriele Klages verwendet Kameras, Filme und Dias für Objekte und Installationen - zu sehen in der Künstlerzeche.

Wenn am Samstag in der Künstlerzeche die Ausstellung „in Formation IV – das Licht ist blind“ eröffnet wird, bleibt es wieder erst einmal fast dunkel. Die Objekte der Mülheimer Gabriele Klages tauchen den Ausstellungsraum in ein ganz besonderes Licht.

Kameras auf fragile Stelzen

Da ragen kleine alte Kameras auf fragilen Stelzen in den Raum. Eine von ihnen dreht sich ununterbrochen. Schemenhaft tauchen sie im Dunklen auf. Fotografiert hat mit ihnen schon lange niemand mehr. Ein dunkler Vorhang sperrt die Durchgangstür. In der Mitte befindet sich ein spiralförmiger Kreis aus alten ungerahmten Dias. Er wird von hinten beleuchtete und wirft ein schwaches farbiges Licht in den Raum. Schaut man genau hin, sieht man, dass die Dias Bilder von bekannten Kunstwerken zeigen.

Ein anderes großes teppichartiges Objekt hängt an der Wand. Auch dieses besteht aus unzähligen kleinen Dias, die Gabriele Klages mit dem Tacker zusammengefügt hat. Das Objekt wirft Falten, in denen sich das Licht zweier schwacher Leuchten fängt.

Licht wirft Bilder an die Wände

In drei Ecken des Raumes drehen sich Schalen oder Flaschen aus Glas. Das Licht strahlt durch die durchsichtigen, teils farbigen Formen. Es wirft Bilder an die Wände, die sich dauernd verändern und langsam in den Raum strahlen. Mit jeder Drehung des Objektes scheint es sich zu verändern. Objekt und Spiegelbild scheinen sich immer mehr voneinander zu lösen.

Bei einem Bodenobjekt hat Gabriele Klages aus Dias in ihren weißen Rahmen eine Art Schüssel gebaut, die nur sparsam beleuchtet wird. Bei einer anderen Arbeit schimmert eine sich drehende Kreisform auf dem Boden. Bei jeder Bewegung entstehen Geräusche. Erst auf den zweiten Blick merkt man, dass auch dieser Kreis sich aus einzelnen Bildern eines Diafilms zusammensetzt. „Hier liegt ein ganzes Leben auf den Boden. Voll mit Erinnerungen,“ kommentiert Gabriele Klages ihr Objekt.

Sie arbeitet gerne mit alten ausgedienten Medien wie Diafilm oder gerahmten Dias. Die Bilder, die mal mit diesen alten Medien festgehalten wurden, interessieren sie oft weniger. Sie arbeitet mit dem Licht, das die Bilder heute noch erzeugen. Es sind die Spiegelungen, die Brechungen oder Reflexionen, die neue Bilder erzeugen.

Abgesang auf nicht mehr aktuelle Techniken

Es ist auch ein Abgesang auf eine längst nicht mehr aktuelle Technik. Die Entwicklung der Digitaltechnik hat neue Medien hervorgebracht. Gerade Film und Dias gehören längst der Vergangenheit an. Gabriele Klages findet in und mit ihnen eine neue künstlerische Nutzung. Sie schafft aus ihnen ein aktuelles Spiel von Licht, Bewegung und Geräuschen. Einige der Objekte werden erst bei der Eröffnung in einer Performance enthüllt. Begleitet von dem Musiker Martin Freund an der Rohrtrommel lädt Gabriele Klages zu einer Begegnung von Licht und Klang ein.

Die Ausstellung „in Formation IV – das Licht ist blind“ wird am Samstag um 17 Uhr in der Künstlerzeche Unser Fritz, Zur Künstlerzeche 10, eröffnet. Sie endet mit einer Finissage am 15. Dezember. Gabriele Klages wird dann ab 14 Uhr für Gespräche anwesend sein. Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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