Untersuchung

Fünf Standorte in Herne sind als Wohnmobilplatz denkbar

Ein Wohnmobilplatz, so mehrere Forderungen aus den vergangenen Jahren, soll in Herne eingerichtet werden. Im Bild: ein Wohnmobilplatz im Oberhausener Kaisergarten.

Ein Wohnmobilplatz, so mehrere Forderungen aus den vergangenen Jahren, soll in Herne eingerichtet werden. Im Bild: ein Wohnmobilplatz im Oberhausener Kaisergarten.

Foto: Lars Froehlich / WAZ FotoPool

Herne.  Am Rhein-Herne-Kanal in Herne, heißt es, könnte gut ein Wohnmobilplatz eingerichtet werden. Die Stadt hat geprüft: Fünf Standorte sind denkbar.

Erhält Herne doch noch einen Camping- beziehungsweise Wohnmobilplatz am Rhein-Herne-Kanal? Die Stadt Herne hat nun geprüft, welche Standorte in Frage kommen. Ergebnis: Vier Flächen seien bedingt, eine potenziell geeignet.

Forderungen nach einem Campingplatz am Kanal gibt es schon seit Jahren, etwa zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 kamen sie auf. Schwung in die Diskussion brachte zuletzt das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa); es regte einen Platz vor allem für junge Camper an. Der Wanner Sänger Horst „Hotte“ Schröder, auch Mitglied des Vereins „Mondritter“, schlug 2016 vor, „sein“ Wanne-Eickel durch einen Platz für Camping und Wohnmobile als Urlaubsziel zu etablieren. Der Auftrag an die Stadt für die Suche nach einem bewirtschafteten Platz kam dann Ende 2018 auf Initiative der Wanner Bezirksfraktionen von SPD und CDU. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Versorgung mit Wasser und Strom überall möglich

Die Stadt, so heißt es in einem Bericht an die Politik, hat nach Stellflächen für Wohnmobile gesucht, nicht für Wohnwagen oder Zelte. 15 mögliche Flächen am Kanal habe sie dabei geprüft und auch geschaut: Sind die Zufahrten breit genug für Wohnmobile? Soll dort gebaut werden? Spielt der Naturschutz dort eine große Rolle? Am Ende seien fünf Flächen übrig geblieben: Grundsätzlich geeignet seien Plätze an der Dorstener-, Horsthauser- und Gneisenaustraße sowie am Schleusenweg. Potenziell geeignet sei auch der Cranger Kirmesplatz. Eine Ver- und Entsorgung mit Frisch-/Abwasser sowie Strom sei bei allen ausgewählten Flächen möglich, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Besonders geeignet sei die Teilfläche des Kirmesplatzes am Kanal – unter anderem deshalb, weil es dort bereits Straßen gebe, die Zufahrt nicht über Wohngebiete erfolge und weil Strom und Wasser dort bereits vorhanden seien. Nicht zuletzt: Die Stadt sei Eigentümer der Fläche. Wermutstropfen: Nicht genutzt werde könne das Areal während der Cranger Kirmes und des Cranger Weihnachtszaubers inklusive der Auf- und Abbauzeiten.

Betriebskonzept wurde nicht geprüft

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Die Stadt betont, dass sie nur die Eignung von Flächen geprüft habe. Ein Betriebskonzept, ja ein potenzieller Betreiber seien nicht geprüft worden. „Ein Betriebskonzept ist aber notwendig, um Realisierungsmöglichkeiten im Einzelfall prüfen zu können“, heißt es in dem Verwaltungspapier. Somit sei auch noch nicht geklärt, welcher finanzielle Aufwand für die Einrichtung sowie den Betrieb der Stellplatzanlage nötig wäre. Ein Grundstück, das ein Betreiber unter Umständen kaufen müsste oder eine Verkehrsanbindung, die er möglicherweise bauen müsste, könnten „schnell erhebliche Größenordnungen erreichen“. Fazit im Rathaus: „Ein kommerzieller Betrieb scheint – wenn überhaupt – nur bei ausreichender Besucherfrequenz möglich zu sein.“

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