Gastronomie

Fünf Jahre Hülsmann: Mit langem Atem zur Kultur-Kneipe

Sabedin Houssein Oglou alias Sabby, Pächter des Hülsmann am Eickeler Markt.

Sabedin Houssein Oglou alias Sabby, Pächter des Hülsmann am Eickeler Markt.

Foto: Ralph Bodemer

Herne.   Sabedin Houssein-Oglou hat 2012 die Gastronomie am Eickeler Markt übernommen. Nach einigem Auf und Ab wähnt er sich jetzt auf der Erfolgsspur.

Sabedin Houssein-Oglou (52) betreibt die Gastronomie „Hülsmann“ in Eickel. Gute und schlechte Zeiten hat der Wirt dort erlebt. Nun steht der fünfte Geburtstag der Kneipe an.

Wirt Sabby betrieb vorher schon den Querschlag

Houssein-Oglou kennen die Wanne-Eickeler unter seinem Spitznamen Sabby. Bevor er das Hülsmann eröffnete, betrieb er die Rockkneipe „Querschlag“ nahe der Cranger Kirmes. „Ich wollte ein zweites Standbein, weniger arbeiten müssen und eine ruhigere Location“, erklärt Houssein-Oglou, warum er 2012 noch eine zweite Gastronomie übernehmen wollte. Zunächst hatt er ein Auge auf das Museumscafé in Herne geworfen, aber mit den Vermietern konnte er sich nicht auf ein Konzept einigen. Nächster Versuch: die Flottmann Kneipe. Doch auch hier gab es keine Einigung. 2012 dann der Durchbruch: Nach jahrelangem Leerstand zieht Houssein-Oglou ins Sud- und Treberhaus Eickel.

„Die ersten Monate hatten wir guten Zulauf“, sagt er, damals habe es noch eine große Küche gegeben. Die Flitterwochen waren jedoch schnell vorbei. 2013 kämpft die Bar um ihre Existenz. „Ich war naiv und dumm“, erzählt der Wirt, „ich habe mir am Anfang von allen Seiten hineinreden lassen.“ Sichtlich gerührt spricht er über seine Familie, die ihn in dieser schweren Zeit gestützt habe. Dazu gehören für ihn auch seine Mitarbeiter und die Stammgäste. „Diese Rückendeckung werde ich nie vergessen.“

Nach einer Flaute änderte der Wirt das Konzept

Es musste sich etwas ändern. Sabby schmiss das Konzept der Bar um – Küche raus, Events rein. Das Hülsmann sollte eine Anlaufstelle für Kultur und Veranstaltungen werden. Der Biergarten öffnete, er buchte sehr viel mehr Veranstaltungen, vor allem Musik, aber auch Kabarett und Lesungen. „Und dann ging es auch wieder aufwärts.“ In diesem Jahr werden es rund 60 Events werden. Dennoch ärgert sich der Gastronom immer noch, dass das Hülsmann das Image seines Vorgängers, einer kubanischen Bar, nicht abschütteln konnte: „Wir sind keine Cocktailbar, wir sind keine Fressmeile. Wir sind eine ganz normale Kneipe mit Programm und Kultur“, betont der Wirt. Vorbehalte gebe es weiterhin.

Nach fünf Jahre Hülsmann sind Houssein-Oglous Erwartungen nicht erfüllt worden. „Wie gesagt: Ich bin mit sehr viel Naivität an die Sache herangegangen. Ich muss heute mehr arbeiten, statt weniger.“ Das zweite Standbein „Querschlag“ schloss bereits 2013. Dennoch hat der Wirt weiterhin Spaß an seiner Arbeit und schaut positiv in die Zukunft: „Ich denke, wir werden uns in den nächsten Jahren weiter etablieren. Jedes Jahr haben wir was Neues, da freue ich mich drauf.“

Der Förderverein Kulturbrauerei als enger Partner

An seiner Seite steht der Förderverein Kulturbrauerei Eickel. Der gemeinnützige Verein, 54 Mitglieder stark, arbeitet eng mit der Gastronomie zusammen. „Das ist eine ganz ausgezeichnete Zusammenarbeit“, erklärt Vorsitzender Volker Eichener. Einmal im Monat treffen sie sich und diskutieren über anstehende Veranstaltungen im Bürgersaal oberhalb der Kneipe oder in der Gastronomie selbst. Eichener: „Wir sind wechselseitig aufeinander angewiesen.“ Veranstaltungen wie die Extraschicht oder Auftritte internationaler Künstler werden vor allem vom Verein getragen, dank dessen finanzieller Ressourcen. Ein Großteil der wöchentlichen Veranstaltungen bucht Houssein-Oglou jedoch selbst. „Ich habe sehr viel Freiraum. Es ist eine enge Symbiose, die Zusammenarbeit läuft.“ Eichener zitiert einen Kollegen und resümiert: „Wenn es etwas in Eickel fünf Jahre gibt, dann ist das eine Institution.“

>>> NEUES AUS DER KULTURBRAUEREI

Zur Geburtstagsparty spielen am Samstag Mel Ann und Graf Hotte. Zur Aftershowparty ist DJ Big K. bestellt. Los geht es um 18 Uhr.

Kleine Speisen wie Fleischbällchen werden inzwischen wieder im Hülsmann angeboten, für um die fünf Euro.

Eine offene Bühne wird in Kürze eingerichtet, mit einer Vorgabe wie zum Beispiel Marius Müller-Westernhagen oder Queen. Anlage und Gitarre werden gestellt.

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