Damensitzung

Frauen bringen Herner Kulturzentrum zum Beben

Tatort-Stars im Kulturzentrum: Die „Fidelen Sandhasen“ aus Köln zeigten akrobatische Höchstleistungen. Fotos:Rainer Raffalski

Tatort-Stars im Kulturzentrum: Die „Fidelen Sandhasen“ aus Köln zeigten akrobatische Höchstleistungen. Fotos:Rainer Raffalski

Foto: FUNKE Foto Services

Herne.   Bei der Damensitzung der HeKaGe in Herne jagte ein Höhepunkt den nächsten. Ein gut gebauter Boy kam bei den Weibern so richtig an.

Jecke Piratinnen, singende Krümelmonster, Putzfrauen, die mit Einhörnern schunkeln, und ein Nummernboy, der jede Frau im Saal aus der Fassung bringt. Hinter dieser Beschreibung kann nur eine Veranstaltung stecken: die Damensitzung der 1. Herner Karnevalsgesellschaft (HeKaGe).

Ein Highlight jagte am Donnerstagabend im seit Wochen ausverkauften Kulturzentrum das nächste. Schon als Moderatorin Mandy Mahne, eingehakt bei Nummernboy Christian, die Bühne betrat, hielt es die rund 600 Damen nicht mehr auf ihren Stühlen. Apropos Stühle: Die waren an diesem Abend so gut wie überflüssig und dienten maximal als Ablage für Taschen und Jacken. Manuela Kolarczik hatte es nicht rechtzeitig aus der Badewanne geschafft und erschien kurz darauf in - genau: einer Badewanne. Nachdem sie zuletzt als Prinzessin „zwei Jahre im Saal sitzen musste“, beendete sie ihre Bühnenabstinenz als Moderatorin unter großem Beifall.

Showband „Mennekrather“ war der Eisbrecher

Die Aufgabe als „Eisbrecher“ löste die zehnköpfige Showband Mennekrather mit Bravour. Kaum hatten sie die ersten Töne des „kölschen Stoßgebets“ Jeck Yeah angespielt, stimmte der „größte Chor von Herne“ auch schon lautstark mit ein.

Mit Hochleistungssport der Extraklasse überzeugte die Aktivengarde der „Fidelen Sandhasen“. Die 56 Tänzer zeigten Tanz- und Akrobatik-Einlagen auf allerhöchstem Niveau. Am vergangenen Sonntag waren einige von ihnen noch im Kölner Tatort „Tanzmariechen“ zu sehen, an Weiberfastnacht begeisterten sie die tobende Menge im Kulturzentrum mit ihren waghalsigen Wurf- und Hebefiguren.

Männerballett wurde von allen Seiten bejubelt

Erst nach zwei Zugaben entließ das Publikum die Kölner von der Bühne. Auch die Showtanzgruppe Magic Unity, schließlich amtierender NRW-, Deutscher und Europameister, konnte das Publikum mit ihrer getanzten Zaubershow überzeugen.

Genau wie die nationalen Größen begeisterten die heimischen Akteure der HeKaGe mit ihren Auftritten die Zuschauerinnen. Die Wonneproppen feierten unter dem Motto „Mallorca“ eine große Ballermannparty auf der Bühne und wurden mit stehenden Ovationen belohnt. Für den Auftritt in Schottenrock und Dirndl sowie für ihre Choreografie wurde das Männerballett ebenfalls von allen Seiten bejubelt.

Frauen schmetterten Hits textsicher mit

Musikalisch hoch her ging es sowohl bei dem Schlagerduo Neon als auch bei den Scheunenrockern. Beide forderten die karnevalistische Meute zum Mitsingen und Mitmachen auf und hatten Erfolg: Textsicher schmetterten die Frauen bei alten und neuen Hits mit. De Frau Kühne hatte Lacher und Sympathien während ihrer Büttenrede - für Moderatorin Manuela fühlte es sich mehr wie „mitten aus dem Leben“ an - auf ihrer Seite. Schließlich zog sie Herne einem anderen Auftritt vor: „Gerade bin ich auch „live“ im Fernsehen zu sehen, aber denen vom ZDF hab’ ich gesagt: Meinen Auftritt müsst ihr aufzeichnen, ich geh’ lieber nach Herne.“

Diese Entscheidung dürfte sie, genau wie alle anderen, die dabei waren, nicht bereut haben.

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