Forschungsprojekt

Ressourcenschutz in Quartieren: Herne wird Modellstadt

Baukau-Ost mit Strünkede (im Bild) sowie Pantringshof sind als Modellquartiere für das Forschungsprojekt zum Ressourcenschutz in Herne ausgewählt worden.

Baukau-Ost mit Strünkede (im Bild) sowie Pantringshof sind als Modellquartiere für das Forschungsprojekt zum Ressourcenschutz in Herne ausgewählt worden.

Foto: Hans Blossey

herne.   Herne und die FH Münster haben vom Bund den Zuschlag für ein Forschungsprojekt zum Ressourcenschutz erhalten. Was sich dahinter verbirgt.

Herne soll Deutschland ein Beispiel geben: Die Stadt und die federführende Fachhochschule Münster (FH) haben den Zuschlag für ein Forschungsprojekt des Bundes zum Thema Ressourcenverbrauch in Quartieren erhalten. Als Modellquartiere für „Ressourcenplan im Quartier“ - so der Projektname - sind Baukau-Ost und Pantringshof aufgrund ihrer Struktur bzw. Gebäudesubstanz ausgewählt worden.

Im April soll das auf drei Jahre angelegte und mit drei Millionen Euro bezuschusste Projekt starten. „Das ist ein Glücksfall für Herne. Damit können wir ein bundesweites Ausrufezeichen setzen“, sagt Oberbürgermeister Frank Dudda.

Flächen, Wasser und Gebäude im Blick

Das Ziel umschreibt Professor Mathias Uhl von der FH Münster so: „Durch die bauliche Situation in Quartieren wollen wir die Ressourcen bestmöglich nutzen und die Lebensqualität verbessern.“ Die Ressourcen seien vor allem Wasser, Fläche/Raum und Stoffströme. Dabei gehe es um Fragen wie: Wie kann die Qualität und die Nutzung von Flächen baulich und infrastrukturell verbessert werden? Welche Rohstoffe wurden verbaut, welche können wieder genutzt werden? Und: Was kann in der Wasserver- und entsorgung verbessert werden?

Auf die Frage, warum hat die FH Münster gerade Herne ausgewählt hat, gibt es bereits eine Antwort: Sie hätten sich umgehört, sagt Uhl. Das Feedback und die persönlichen Kontakte hätten sie überzeugt. „Herne ist sehr innovativ. Der Oberbürgermeister spielt dabei eine besondere Rolle.“ Herne sei aufgrund der Verwaltungskompetenz und des fachlichen Wissens in der Lage, „das zu packen“.

Im ersten Schritt kann die Stadt zwei neue Mitarbeiter für das auf drei Jahre angelegte Projekt einstellen; die Ausschreibungen gehen in Kürze raus. Eine Reihe von hochkarätigen Kooperationspartnern - RWTH Aachen, Unternehmen wie Gelsenwasser, Institute, Forschungseinrichtungen - sind bereits im Boot. Außerdem sollen weitere Städte als Partner einbezogen werden. Und auch Bürger sollen sich aktiv einbringen können.

In einer Liga mit Wien und Zürich

Nach dem Abschluss 2022 winkt eine Verlängerung um weitere zwei Jahre. Schon jetzt wagt Professorin Sabine Flamme (FH Münster) die Prognose, dass Herne bei Umsetzung des Projekts beim Thema Ressourcenschutz mit innovativen Städten wie Wien und Zürich „in einer Liga“ spielt. Und auch OB Dudda macht eine Anleihe beim Sport bzw. Fußball: Dank der Kooperationspartner bei diesem Forschungsprojekt könne „Herne erstmals Champions-League-Wissen abrufen“, sagt er.

Der Handlungsbedarf steht für alle Beteiligten außer Frage. Projekte dieser Art seien aufgrund des massiven Ressourcenverbrauchs in den stetig wachsenden Städten von großer Bedeutung, so Professor Uhl. Und: Sie forschten nicht für den Aktenordner: „Alles, was wir in Herne erarbeiten, soll zeitnah auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen.“

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