Fachtagung

Familien stehen im Fokus der Stadtentwicklung in Herne

Rund 200 Teilnehmer diskutierten auf der Fachtagung Perspektiven für das Familienleben in der Stadt.

Rund 200 Teilnehmer diskutierten auf der Fachtagung Perspektiven für das Familienleben in der Stadt.

Foto: imago stock

Herne.   Auf einer Tagung diskutieren Akteure, wie Herne familiengerechter gestaltet werden kann. Schaffung von geeigneter Infrastruktur ist maßgebend.

Wie muss eine Stadt aussehen, damit sich Familien in ihr wohlfühlen? Welche Weichen müssen gestellt werden, damit Infrastrukturen auf ihre Bedarfe ausgerichtet sind? Mit diesen Fragen befassten sich die Teilnehmer der Fachveranstaltung „Integrierte Stadtentwicklung für Familien“, die am Dienstag in den Flottmann-Hallen stattfand. Organisiert wurde der Tag erstmals vom Verein Familiengerechte Kommune, der Stadt Herne und der Bertelsmann-Stiftung.

„Wie sollen wir in strukturschwachen Regionen Menschen an uns binden, wenn wir uns nicht um die Familien kümmern?“, fragte Oberbürgermeister Frank Dudda in seinem Grußwort. Die Stadt Herne habe vor einigen Jahren die Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft eingerichtet, um Familien in den Fokus zu nehmen. Wichtig sei datenbasiertes Bildungsmanagement. „Familiengerechte Bedingungen müssen zunächst auf Herz und Nieren geprüft werden.“

Die Entlastung von Familien sei die Vision der Stadt Herne. Einschneidend wirke das knappe Budget. „Wenn man aber tüchtige Menschen in der Verwaltung hat, die sich unabhängig vom Fachbereich zur Aufgabe bekennen und zusammen arbeiten, kommt man gut voran.“ Nur wer miteinander arbeite und rede, könne etwas erreichen.

Dies unterstützt die Bertelsmann-Stiftung: „Wir müssen lernen, wie man Probleme gemeinsam lösen kann“, sagt Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Die Stiftung gebe Kommunen das nötige Handwerks- und Rüstzeug dazu an die Hand. „Dass in Herne Kinder befragt wurden, wie es ihnen in der Schule geht, würde es woanders nicht geben“, lobt Mohn. Gute Bedingungen für Kinder und Familien zu schaffen, sei auch für Unternehmen wichtig.

Familiengerechtigkeit sei Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, betonte Kirsten Witte, Vorstandsvorsitzende des Vereins Familiengerechte Kommune. „Die Ministerien haben unterschiedliche Programme, und die Kommunen müssen alles zusammenhalten. Das ist eine tolle Leistung.“ Kinder sollten ganzheitlich aufwachsen können.

Beispiele für vitale Gesellschaft

Neben dem Vortrag zur integrierten Stadtentwicklung von Thomas Franke vom Deutschen Institut für Urbanistik, stellte Henks Kinds aus den Niederlanden ein Praxisbeispiel für Kooperationen für eine vitale Gesellschaft vor. „Das war sehr inspirierend“, sagt Dennis Neumann von der Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft der Stadt Herne. Dort frage man nicht, was man als Stadt für die Bürger tun könne, sondern was man gemeinsam mit den Bürgern erreichen könne. „Beide Referenten haben auf die Bedeutung der integrierten Arbeitsweise hingewiesen.“

Herne sei in diesem Bereich bereits weit vorne. „In unserem Bildungsnetzwerk sind 120 Akteure aktiv“, betont Jan Schröder, Leiter des Kommunalen Bildungsbüros der Stadt Herne.

Die Veranstaltung sei von den rund 200 Teilnehmern gut angenommen worden. „Wir haben viele positive Rückmeldungen zu den Inhalten bekommen“, freut sich Dennis Neumann. Auch das Vernetzen sei nicht zu kurz gekommen. „Wir sind unter anderem mit der Stadt Emden ins Gespräch gekommen, die an unseren Monitoring-Instrumenten aus dem Bildungsbüro interessiert sind“, sagt Jan Schröder. „Aber auch wir haben Anstöße für neue Perspektiven erhalten.“

>> TAGUNG BRINGT VIELE AKTEURE ZUSAMMEN

Die Fachtagung „Integrierte Stadtentwicklung für Familien“ bringt kommunale Akteure aus der Politik, Verwaltung, Unternehmen und Zivilgesellschaft zusammen, um bessere Lebensbedingungen von Familien in der Stadt zu entwickeln.

Zu den Ausrichtern der Fachveranstaltung gehören die Stadt Herne, der Verein Familiengerechte Kommune sowie die Bertelsmann Stiftung.

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