Voodoo-Prozess

Ex-Prostituierte berichtet von „Juju-Schwur“ und Hühnerblut

Ort der Verhandlung: das Landgericht im Bochumer Justizzentrum

Ort der Verhandlung: das Landgericht im Bochumer Justizzentrum

Foto: Stefan Arend

Herne.   Eine Ex-Prostituierte, die aus Afrika nach Herne gekommen war, sagte im „Voodoo-Prozess“ aus. Beim „Juju-Schwur“ sei Hühnerblut geflossen.

Fünf Monate nach dem Auftakt im „Voodoo-Prozess“ um Menschenhandel und Ausbeutung in zwei Herner Bordellen hat am Mittwoch eine aus Nigeria eingeschleuste Ex-Prostituierte (34) als Zeugin ausgesagt.

Nach ihren Angaben wurde sie 2015 in Benin-City/Nigeria an einen Kontaktmann vermittelt. Es hieß, er könne Frauen ein besseres Leben plus Job in Europa verschaffen. Dass ihr die Schleusung 25 000 Euro kosten sollte, will sie ausgeblendet haben: „Für mich war nur eins wichtig: Nigeria zu verlassen“, sagte die Hochschwangere den Richtern am Bochumer Landgericht. Nicht im Traum habe sie daran gedacht, im Bordell zu landen.

Schleusung war echte Strapaze

Vor der Ausreise habe der Kontaktmann sie zu einem Juju-Priester gebracht, dort habe sie den berüchtigten „Juju-Schwur“ leisten müssen. Der Priester habe ihr eine Nuss aufgebrochen und hingelegt. Sie habe diese mit dem Mund aufheben müssen. Währenddessen habe der Priester Hühnerblut über ihren Kopf gespritzt. Ziel sei es gewesen, sie davon abzuhalten, ohne die Schleuserkosten abzuhauen.

Mit Bussen durch die Wüste, zu Fuß über Grenzen, im Boot übers Mittelmeer: Die Schleusung nach Europa schilderte die Frau als echte Strapaze, brach dabei auch in Tränen aus. In Italien sei sie von einem der sechs teilgeständigen Angeklagten in Empfang genommen und ins Ruhrgebiet gebracht worden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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