WAZ-Aktion

Ex-Handball-Profi Ruwen Thoke will Hernes Tachokönig werden

Ex-Handball-Profi Ruwen Thoke

Ex-Handball-Profi Ruwen Thoke

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Ruwen Thoke war Profi-Handballer und pendelte mit seinem VW Golf täglich zweimal zum Tusem nach Essen. Auch er will Hernes Tachokönig werden.

„Gefühlt habe ich mein halbes Leben auf der Autobahn verbracht“, sagt Ruwen Thoke. Der 28-Jährige hat vor zehn Jahren von seinen Eltern einen neuen VW Golf geschenkt bekommen. Seitdem ist der mit dem Auto 269 352 Kilometer gefahren. Das Ziel war meist – eine Sporthalle.

„Ich war einige Jahre lang Berufshandballer und musste da jeden Tag mindestens einmal zum Training fahren“, erzählt Thoke. In der Jugend und die ersten Jahre nach seinem 18. Geburtstag spielte der Herner beim Tusem Essen. Da hieß es dann: acht mal die Woche Training plus ein Spiel am Wochenende. „Ich bin da oft morgens gegen 10 Uhr und noch einmal Nachmittags so um 17 Uhr nach Essen gefahren, da kommen schon ein paar Kilometer zusammen“, sagt der 28-Jährige. „Das ging gar nicht ohne eigenes Auto.“

Kauf-Entscheidung bis heute nicht bereut

Deshalb gab es nach dem Führerschein auch gleich ein neues Auto. „Meine Eltern waren, glaube ich, auch sehr froh, dass sie mich dann nicht immer zum Training fahren mussten.“

Dass es letztendlich der schwarze VW Golf wurde, war eher ein Zufall. „Eigentlich war ein Opel Corsa geplant, der Händler hatte das aber irgendwie verpeilt und dann sind wir zu VW rübergegangen“, erinnert sich Thoke.

Diese Entscheidung bereut der Herner bis heute nicht. Denn mit seinem Auto habe es in den vergangenen zehn Jahren fast keine Probleme gegeben. „Bei 30 000 Kilometern gab es mal einen Austauschmotor, ansonsten waren es aber immer nur kleine Wehwechen“, so Thoke. Auch als die Strecken dann etwas länger wurden.

Am Rückspiegel baumelte stets ein Vanille-Duftbaum

2009 wechselte Ruwen Thoke zu einem Handballverein in Hannover und kurz danach zog und wechselte er nach Magdeburg. Die Fahrten zum Training waren dann zwar nicht mehr so lang, dafür aber die Wege am Wochenende nach Hause. „Da habe ich wirklich sehr viel Zeit im Auto verbracht.“

Stressig sei die Zeit für ihn aber nicht gewesen, im Gegenteil: „Für mich ist das Auto irgendwie immer ein Ort zum Entspannen. Da kann man mal ganz in Ruhe nachdenken und wird von niemandem gestört.“ Ganz allein war er aber nicht: Am Rückspiegel baumelte stets ein kleiner Vanille-Duftbaum. „Irgendwie muss man den Geruch der verschwitzten Sportsachen ja überdecken“, sagt er lachend.

Den Wagen mag er gar nicht mehr verkaufen

Vor vier Jahren beendete Thoke dann seine Handballkarriere und begann eine Ausbildung zum Zerspannungsmechaniker in Mülheim. Dort arbeitet er mittlerweile auch. Jetzt heißt es für ihn und seinen schwarzen Golf also: jeden Tag von Herne nach Mülheim pendeln. Und im Sommer gerne mal in den Süden: „Meine Frau und ich waren jetzt schon zwei mal mit dem Auto in Italien, auch das macht der Wagen noch gut mit.“

Ruwen Thoke kann sich nach all den Jahren nicht mehr vorstellen, seinen Golf zu verkaufen: „Der hat einfach einen so großen persönlichen Wert für mich.“ Trotzdem denkt er momentan über den Kauf eines neuen Autos nach: „Ich würde den Golf aber auf jeden Fall in meiner Garage behalten.“


>> WEITERE INFORMATIONEN: Tachokönig gesucht

Was hat Ihr Auto eigentlich auf dem Buckel? In unserer neuen Serie „Wer bietet mehr“ suchen wir den Herner Tachokönig.

270 000 Kilometer können Sie locker überbieten? Dann schreiben Sie uns (gerne auch mit Bild) und wir erzählen die Geschichte von Ihnen und Ihrem Auto. Wie alt ist ihr Wagen? Sind Sie viel gereist oder pendeln Sie einfach nur viel?

So erreichen Sie uns: redaktion.herne@waz.de oder per Post an WAZ-Redaktion, Markgrafenstraße 1, 44623 Herne. Das Stichwort heißt jeweils „Tachokönig“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben