Religion

Evangelische Gemeinden in Wanne-Eickel kommen unter ein Dach

Schauen optimistisch nach vorn: (v.l.) Hans-Paul Ullrich, Berufsschulpfarrer und Moderator das Arbeitskreises Zukunft, Presbytern Dagmar Grolman, Pfarrer Jörg Zogass (Eickel)  und Superintendent Reiner Rimkus.

Schauen optimistisch nach vorn: (v.l.) Hans-Paul Ullrich, Berufsschulpfarrer und Moderator das Arbeitskreises Zukunft, Presbytern Dagmar Grolman, Pfarrer Jörg Zogass (Eickel) und Superintendent Reiner Rimkus.

Foto: Svenja Hanusch

Wanne-Eickel/ Herne.   Die fünf evangelischen Gemeinden in Wanne-Eickel schließen sich zu einer zusammen. Das wird mit einem fröhlichen Fest an Pfingsten gefeiert.

Die katholischen Gemeinden in Wanne-Eickel haben den Schritt schon hinter sich, die evangelischen machen ihn jetzt an Pfingsten: Sie fügen die bislang fünf Gemeinden zu einer Evangelischen Kirchengemeinde Wanne-Eickel zusammen – mit einer großen Feier und einem großen Fest am Pfingstsonntag.

Aufbruchstimmung in den Gemeinden

„Gemeinsam begeistert – Begeistert gemeinsam“ heißt das Motto nicht nur für diesen einen Tag. „Es hat sich eine richtige Aufbruchstimmung verbreitet“, freut sich Hans-Paul Ullrich. Der Herner Berufsschulpfarrer hat als Moderator des Arbeitskreises Zukunft (AKZ) den Vereinigungsprozess begleitet, der bereits vor vier Jahren auf den Weg gebracht worden war.

„Uns war zu dem Zeitpunkt klar, dass wir uns bis Mitte der ‘20er Jahre neu würden aufstellen müssen“, sagt Superintendent Reiner Rimkus. Die Zahl der Kirchenglieder war damals genauso rückläufig wie die der Kirchensteuern. Ganz so arg wie befürchtet kam es dann zunächst dank der allgemein guten wirtschaftlichen Entwicklung doch noch nicht: „Das hat uns ein Jahr mehr Zeit und Luft gegeben“, so Rimkus. Was auch für die Gemeinden wichtig gewesen sei.

Vereinigung in Vielfalt

Die Wanne-Eickeler sind nun die ersten im Kirchenkreis , die sich auf den neuen gemeinsamen Weg machen, Herne und auch Castrop-Rauxel werden in den nächsten Jahren folgen. Jeder der drei Synodalbereiche hat für sich nach der passendsten Lösung gesucht. So haben die Wanne-Eickeler entschieden, sich erst zu einer Gemeinde zusammenzuschließen, dann gemeinsam ein eigenes Profil zu entwickeln und zu entscheiden, welche Schritte nötig sind, um zukunftsfähig zu bleiben. Dass darunter auch schmerzhafte Schritte sein können, wie zum Beispiel die Aufgabe von Gebäuden, will Reiner Rimkus nicht verhehlen.

„Vereinigung in Vielfalt“

Moderator Hans-Paul Ullrich spricht von einer „Vereinigung in Vielfalt“, was auch den kleineren Gemeinden entgegenkomme. Sie könnten alle nach wie vor ihre Schwerpunkte setzen, betont Jörg Zogass, Pfarrer in Eickel und Mitglied des Arbeitskreises Zukunft. Dabei spielen die Bezirksausschüsse eine Rolle, die sich aus vier gewählten Presbytern und berufenen Mitgliedern zusammensetzen und vor Ort ein wichtiges Wort mitreden. So habe es zum Beispiel Sorgen gegeben, dass die Gemeinden nicht mehr über zweckbestimmte Spenden bestimmen könnten, erklärt Dagmar Grollmann, Presbyterin in Röhlinghausen. Aber darüber könnten eben die Bezirksausschüsse entscheiden.

Transparenz kam gut an

Insgesamt sei der Vorbereitungsprozess weitgehend harmonisch verlaufen, sind sich alle einig. Es habe kritische Begleitung gegeben, aber keine Gegenbewegung. Vor allem der transparente Umgang mit dem Thema sei bei den Gemeindegliedern gut angekommen, berichtet Jörg Zogass aus seinen Beobachtungen in Eickel. Er sei selbst erstaunt gewesen, wie offen sich die Gemeinde gezeigt habe. Zugute gekommen sei ihnen dabei auch ein Faktor, den sie so gar nicht im Blick hatten: das Gemeinschaftsgefühl der Wanne-Eickeler.

Unter freiem Himmel

Unter freiem Himmel wollen die Protestanten am Pfingstsonntag ihre Vereinigung feiern – in der Mondpalast-Arena im Sportpark Wanne-Süd. Um 11 Uhr, wenn der Gottesdienst beginnt, läuten alle evangelischen Kirchen in Wanne-Eickel ihre Glocken – die katholischen Nachbarn seien herzlich eingeladen, sich zu beteiligen, sagt Presbyterin Dagmar Grolman.

Nach dem Gottesdienst findet für alle Besucher bis 17 Uhr ein fröhliches Fest mit vielen Aktionen statt. Auf der Bühne, die auf dem Rasen aufgebaut wird, sind unter anderem Christian Schnarr aus Wanne-Eickel mit „Holywood“ zu erleben, die „Christians at Work“ und andere lokale Gruppen.

Wettbewerb ausgelobt

Begleitend gibt es auch einen Wettbewerb zum Motto: „Gemeinsam begeistert – Begeistert gemeinsam“. Bis zum 2. Juni können dazu Beiträge – ob Fotos, Videos, gemalte Bilder oder Lieder – eingeschickt werden: Ev. Kirchengemeinde Wanne-Eickel, Bezirk Röhlinghausen, Göddenhoff 8, 44651 Herne. Die Beiträge werden bei der Feier vorgestellt und prämiert.

Sollte das Wetter am 9. Juni zu schlecht für eine Freiluftfeier sein, werden der Gottesdienst und das Fest in die Sporthalle verlegt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben