Kunst

Erfrischungskur für Installation am Emscherkunstweg

Hohlkörper aus Stahl und Aluminium: Die Installation „reemrenreh“ von Bogomir Ecker im Herner Meer. Foto:Hans Blossey

Hohlkörper aus Stahl und Aluminium: Die Installation „reemrenreh“ von Bogomir Ecker im Herner Meer. Foto:Hans Blossey

Herne.   Installationen werden im Rahmen des Projekts „Emscherkunstweg“ in Herne unter die Lupe genommen und gegebenenfalls renoviert.

Der schwimmende Brunnen „Waist Water Fountain“ ist bei der Emschergenossenschaft eingelagert. Ob das Kunstwerk von Rasmus Nielsen aus Kopenhagen seinen Weg zurück findet auf den „Emscherkunstweg“, in den jetzt 500.000 Euro investiert werden?

Der Emscherkunstweg schließt an die Triennale „Emscherkunst“ an. Alle drei Jahre wurden von 2000 bis 2016 Projekte auf und um das Gewässer präsentiert, durch den neuen Namen soll das Ganze ab 2019 nicht mehr auf Zeitintervalle reduziert werden, sondern im Gegenteil: eine Art Unendlichkeits-Charakter bekommen. Anne-Kathrin Lappe, Sprecherin bei der Emschergenossenschaft, sagt: „Jedes Jahr sollen von der Quelle bis zur Mündung der Emscher ein bis zwei Objekte dazu kommen.“ Entlang der Emscher ist ein Bestand an skulpturalen Arbeiten gewachsen, der nun dauerhaft sichtbar gemacht und weiterentwickelt werden soll. Analog zum fortgeschrittenen Stadium des Emscher-Umbaus inklusive des Ausbaus der Fahrradwege entlang des Flusses soll das bisherige Ausstellungsformat Emscherkunst in einen dauerhaften Emscherkunstweg überführt werden.

Standorte an der Stadtgrenze

Zuerst einmal aber gilt das Interesse den bereits existierenden Kunstwerken, und das sind neben dem eingelagerten Edelstahlbrunnen, der wie ein überdimensionaler Schokoladenbrunnen wirkt, zwei Objekte: einmal die dreiteilige Figur von Bogomir Ecker mit dem Namen „reemrenreh (kaum Gesang)“, im Herner Meer an der Mole zwischen Schleuse und Yachthafen. Das Kunstwerk steht am Ende einer gradlinigen Landzunge. Es setzt sich aus zwei unterschiedlich hohen Türmen, die aus verschieden geformten Hohlkörpern aus gelb beschichtetem Stahl und Aluminiumguss bestehen, und einer herkömmlichen Straßenlaterne zusammen. Die einzelnen Körper weisen unregelmäßige Löcher auf, in denen sich der Wind verfangen und Töne erzeugen kann.

Das zweite Kunstwerk ist ein Wandmosaik von Silke Wagner mit dem Titel „Glückauf. Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“. Es ziert den Faulturm der ehemaligen Herner Kläranlage am Vockenhof, nahe des Stadthafens Recklinghausen. Für die Außenhülle des Faulturms hat die Künstlerin ein monumentales Wandmosaik entworfen. Das mehr als 600 Quadratmeter große Mosaik ummantelt den zylindrischen Mittelteil des Turms. Unter dem Titel „Glückauf. Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“ werden historische Szenen aus den vergangenen 120 Jahren gezeigt: vom ersten großen Massenstreik der Bergmänner im Jahr 1889 bis hin zur politischen Entscheidung der Einstellung der Steinkohlesubvention. „Silke Wagner versteht das Mosaik als Denkmal für die Geschichte des Bergbaus“, heißt es in einer Beschreibung des Objektes, die die Organisatoren des Emscherkunstwegs – die Emschergenossenschaft, die Kultur Ruhr und der Regionalverband Ruhr – jetzt veröffentlichten.

Der Zustand wird geprüft

„Wir werden die Kunstwerke auf Herner Gebiet wie alle anderen zunächst sichten und dann nötigenfalls restaurieren“, sagt Anne-Kathrin Lappe. Ob dem „Schokoladenbrunnen“ eine Wiederkehr gegönnt wird, darüber müsse noch entschieden werden. Grundsätzlich wolle der Emscherkunstweg aber neue und nicht bereits existierende Installationen fördern.

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