Hochhaussiedlung

Emscherstraße: Vermieter sagt Beseitigung von Missständen zu

Das größte Problem in der Wanner Hochhaussiedlung Emscherstraße sei wohl der Vermieter, sagte die Stadt im März in einer Mieterversammlung. Zurzeit leben rund 800 Menschen in den  224 Wohnungen. Foto:Ralph Bodemer, Archiv

Das größte Problem in der Wanner Hochhaussiedlung Emscherstraße sei wohl der Vermieter, sagte die Stadt im März in einer Mieterversammlung. Zurzeit leben rund 800 Menschen in den 224 Wohnungen. Foto:Ralph Bodemer, Archiv

herne.   Der Vermieter des Wohnblocks Emscherstraße hat im Rathaus Herne angekündigt, Missstände beseitigen zu wollen. Die Stadt erhöht derweil den Druck.

Die von der Stadt und von Mietern beklagten Mängel im Wohnblock Emscherstraße in Wanne sollen abgestellt werden. Das habe die für die Verwaltung des Blocks zuständige Immobiliengesellschaft Altro Mondo in einem Gespräch im Herner Rathaus zugesagt, berichtet Sozialdezernent Johannes Chudziak auf Anfrage. Sollte sich das Unternehmen nicht daran halten, drohen drastische Folgen.

Denn: Sollten die Brandschutzauflagen der Stadt nicht zeitnah erfüllt werden, so könnte dies in letzter Konsequenz sogar zur Räumung des Blocks führen, sagt Chudziak. Doch auch für die anderen von Mietern, der Stadt und der Wohnungsaufsicht für Altro Mondo aufgelisteten Mängel ist die Botschaft eindeutig: „Wir erwarten, dass die uns gegebenen Zusagen eingehalten werden“, so der Dezernent.

Weiteres Treffen vereinbart

Die Stadt habe mit Altro Mondo ein weiteres Treffen kurz vor Weihnachten vereinbart, in dem über die Beseitigung von Mängeln berichtet werden solle.

Wie berichtet, hatten Mieter öffentlich zahlreiche Missstände benannt - von defekten Aufzügen über Müll, Ratten und Vandalismus bis hin zum Ausfall der Heizungsanlage. Im März waren Mieter der Wohntürme Emscherstraße 78 bis 96 erstmals auf die Barrikaden gegangen: Wegen unbezahlter Rechnungen durch Altro Mondo kündigten die Stadtwerke damals an, die Lieferung von Trinkwasser und (Allgemein-)Strom einzustellen. Die Stadt konnte dies zunächst abwenden. Kurz darauf bezahlte Altro Mondo die Rechnungen. Von einem „Versehen“ war damals die Rede.

Mitte September wiederholte sich dieser Vorgang: Diesmal drohte ein privater Energieversorger mit einer Sperrung von Heizung und Warmwasser, ebenfalls wegen offener Rechnungen. Altro Mondo sprach von Problemen durch einen Versorgerwechsel und beglich erneut umgehend alte Rechnungen.

Neuer Hausmeisterdienst

Im Gespräch im Rathaus habe Altro Mondo - vertreten durch einen Referenten der Geschäftsführung und einen Sprecher (siehe auch Kasten) - erklärt, dass der Dienstleister für Hausmeistertätigkeiten zum 1. September gewechselt habe, berichtet Sozialdezernent Chudziak der WAZ. Der neue Geschäftspartner sei „viel zuverlässiger“, so die Botschaft. Mieter hätten jedoch berichtet, sagt der Dezernent, dass noch immer nicht alle Haushalte über die Hotline-Nummer des neuen Dienstleisters informiert worden seien.

Offenbar gebe es nach wie vor Probleme mit der Heizung. Dies liege diesmal aber wohl nicht an offenen Rechnungen, sondern an der Heizungsanlage, so Chudziak.

>> INFO

Verkehrte Welt: Während die Stadtverwaltung am Dienstag einen Termin mit einem Sprecher von Altro Mondo (Hannover) hatte, werden alle bisherigen Anfragen der WAZ an den Wohnungsverwalter von einer Kölner Anwaltskanzlei beantwortet.

Der von Altro Mondo bevollmächtigte Rechtsanwaltw wollte die WAZ dazu verpflichten, den Namen des Unternehmens in der Berichterstattung nicht zu erwähnen. Auch wurden rechtliche Schritte für den Fall angedroht, dass dem Unternehmen nicht eine ausreichende Frist zur Beantwortung von Fragen eingeräumt werde.

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