Kunst

Emscherkunst lässt es an der Herner Stadtgrenze sprudeln

Der schwimmende Brunnen „Waist Water Fountain“ auf der Emscher von Superflex  ist eine der neuen Arbeiten im Emscherkunst-Areal Stadthafen.

Der schwimmende Brunnen „Waist Water Fountain“ auf der Emscher von Superflex ist eine der neuen Arbeiten im Emscherkunst-Areal Stadthafen.

Foto: Barbara Zabka

Herne.   Im Areal Stadthafen werden am Samstag zwei neue Arbeiten in Betrieb genommen: Superflex installieren ihre „Waste Water Fountain“, Roman Signer liefert eine „Analyse.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn heute um 14 Uhr am Dortmunder Phoenixsee das Fest zur Eröffnung der „Emscherkunst 2016“ beginnt, postieren sich die hiesigen Kunstinteressierten am besten auf der Brücke über die Emscher. Denn da, wo die Herner Bahnhofstraße in die Bochumer Straße in Recklinghausen übergeht, im „Areal Stadthafen“, gehen um diese Zeit zwei neue künstlerische Installationen ans Netz: „Analyse“ von Roman Signer auf östlicher Seite und westlich der Brücke „Waste Water Fountain“ des dänischen Künstlerkollektivs Superflex. Und in beiden Fällen sprudelt es – so jedenfalls der Plan.

Bezug zur Emscher

Erst vor ein paar Tagen haben an der Emscher die vorbereitenden Arbeiten begonnen. Die zweiteilige Arbeit „Analyse“ des Schweizers Roman Signer am Fußgängerübergang zum Museum Strom und Leben bezieht sich auf die Qualität des Emscherwassers. „Eine Stimme gibt die Bestandteile des Wassers durch: Bor, Nitrat, Phosphor...“, erklärt Emscherkunst-Sprecherin Patricia Bender und zeigt auf den Lautsprecher am Emscherufer. Gleichzeitig wird – als Therapie – über einen unter der Fußgängerbrücke verlegten Schlauch sauberes Wasser aus dem Rhein-Herne-Kanal in die schmutzige Emscher gespritzt.

„Die Arbeiten sind aus der landschaftlichen Situation entstanden“, sagt Patricia Bender von der Emschergenossenschaft. Die Künstler hätten schon vor zwei Jahren bei einer Führung das Gelände in Augenschein genommen und sich vor Ort zu ihren Arbeiten inspirieren lassen.

Wenige Meter weiter in Richtung Wanne richtet Rasmus Nielsen aus Kopenhagen, einer von drei Superflex-Künstlern, gerade mit Technikern die „Waste Water Fountain“ ein, einen schwimmenden Springbrunnen, der Wasser aus der Emscher hochpumpt, um es dann in Stufen herabfließen zu lassen. Der Brunnen ist Mitte der Woche aus Berlin geliefert worden, wo die Dänen ihn haben fertigen lassen. „Die Konstruktion aus Aluminium mit den Wasserrohren aus Stahl wiegt 1,7 Tonnen“, sagt Projektleiter Markus Pohl. Ist er mit Wasser gefüllt, kommen noch einmal 3,5 Tonnen dazu. Von der Idee, den Schwimmkörper unter Wasser zu legen, musste man sich schon verabschieden. Pohl: „Das wird sehr instabil.“

Die Emscher sei „der Darm der Gesellschaft“, erläutert Rasmus Nielsen freundlich lächelnd, und zwar der gesamten: „Hier sind alle gleich“ – noch, bis sie renaturiert ist, was er durchaus begrüße. Aber: „Unsere Arbeit ist eine Hommage an die alte Emscher.“

Eine weitere neue Arbeit, ARCA, wird ab 30. August bis 18. September zu sehen sein: Der Stadthafen ist dann die letzte Station für Verena Seibt und Clea Stracke, die mit einem Segelschiff auf dem Trockenen durch alle Areale wandern.

Emscherkunst 2016 zeigt von 4. Juni bis 18. September auf 50 Kilometern zwischen Dortmund und Herne 24 zeitgenössische Kunstwerke in Stadt und Natur. 15 Arbeiten sind ganz neu, weitere neun wurden bei früheren Emscherkunstausstellungen aufgebaut, wie in Herne das Mosaik „Glückauf“ von Silke Wagner und „reemrenreh“ am Herner Meer von Bogomir Ecker.

Die Kunstwerke werden von dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr betrieben.

Im Museum Strom & Leben (Uferstraße 2-4, Recklinghausen) ist ein Besucherzentrum eingerichtet. Dort können Fahrräder geliehen und Radkarten für neun Euro gekauft werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben