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Elisabeth Röttsches gibt Buch-Tipps für den Wunschzettel

Beim „Bücherwinter“ im Literaturhaus: Buchhändlerin Elisabeth Röttsches.

Foto: Joachim Hänisch

Beim „Bücherwinter“ im Literaturhaus: Buchhändlerin Elisabeth Röttsches. Foto: Joachim Hänisch

herne.   Die Buchhändlerin stellte beim „Bücherwinter“ Belletristik und Sachbücher vor. Eines ihrer Lieblingsbücher: „Max“ über den Künstler Max Ernst.

Ihr aktuelles Lieblingsbuch besprach Elisabeth Röttsches gleich als erstes: „Max“ von Markus Orths. „Elegant, fließend und wunderbar erzählt“, schwärmte die Buchhändlerin von dem Künstlerroman über Max Ernst, in dem sich Biografisches und Zeitgeschichte verbinden. Neben „Max“ fanden 25 weitere Titel am Montagabend beim 30. „Bücherwinter“ im Literaturhaus an der Bebelstraße Erwähnung.

Der Andrang war wie immer groß, zumal Elisabeth Röttsches in diesem Jahr den Büchertipp-Termin im Kaminzimmer von Schloss Strünkede ausfallen lassen musste. Neues aus den Bestsellerlisten und Geheimtipps stapelten sich wie gewohnt auf dem Tisch hinter ihr.

Belletristik

Große Namen durften nicht fehlen. Robert Menasse hatte im Herbst für seinen Brüssel-Roman „Die Hauptstadt“ den Deutschen Buchpreis erhalten. Elisabeth Röttsches: „Ein würdiger Preisträger für den wichtigsten deutschen Roman des Jahres.“ Und: „So nah ist mir Brüssel noch nie gekommen.“ Sie sah politische, philosophische und sogar kriminalistische Aspekte vereint.

Viel Lob auch für Irene Dische. „Schwarz und Weiß“ heißt ihr neuer Roman. Es geht um Lili und Duke, sie weiß, er schwarz. „Ein schillerndes Paar“, so Elisabeth Röttsches, „aber die Unterschiede werden größer.“ Ein gesellschaftskritischer Liebesroman, zu vergleichen mit Jonathan Franzens „Korrekturen“, aber „pfiffiger geschrieben“. Fazit: „Die kann es einfach.“

Daniel Kehlmann erzählt in „Tyll“ von Till Eulenspiegel und seinem Leben zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Die Rezensentin fand den Roman „toll recherchiert“ und seine „klare schnörkellose Sprache“ überzeugend. Auch „Leichtes“ brachte sie mit, so „Die Melodie meines Lebens“ von Antoine Laurain über einen nach 33 Jahren wieder aufgetauchten Plattenvertrag. Sehr berührt sei sie von Graham Swifts Liebesgeschichte „Ein Festtag“ gewesen, gestand die Literaturkennerin. Ebenfalls auf ihrer Liste: ein Abenteuerroman, „Die goldene Stadt“ von Sabrina Janesch, und ein Spionageroman aus dem Spanischen Bürgerkrieg, „Der Preis den man zahlt“ von Arturo Pérez-Reverte. Mit Andreas Pflügers „Niemals“, dem zweiten Buch über die blinde Ermittlerin Jenny Aron, und Jo Nesbos „Durst“ bediente Elisabeth Röttsches schließlich auch noch die Fans spannender Geschichten.

Sachbuch

Annette Dittert war kürzlich im Literaturhaus. Ihr Buch „London Calling“ versteht Elisabeth Röttsches als Liebeserklärung an die Briten - Brexit hin oder her. Hanns-Josef Ortheil fühlt sich mehr zu den Franzosen hingezogen: „Paris links der Seine“ heißt sein Buch. Fasziniert hat die Buchhändlerin auch „Losfahren“ von Manal al-Sharif. Frau am Steuer - in Saudi-Arabien momentan ein großes Thema. Weitere Tipps: Rolf Dobelli und Ranga Yogeshwar mit ihren neuen Büchern - und ein norwegischer Journalist namens Torbjorn Ekelund, den es in die Natur zieht. Er verbringt einmal im Monat eine Nacht im Wald.

Krimi

Mit drei erfrischenden Buch-Besprechungen punktete Buchhändlerin Inga Husemann beim Publikum. Für „Musikfans, Krimifans, Reisefans und Fans von Geheimnissen“ empfahl sie „Vintage“ von Grégoire Hervier, eine Geschichte über einen Gitarren-Freak auf der Suche nach der „Gibson Moderne“. Candice Fox lässt in Australien einen Mordverdächtigen auf eine Mörderin treffen und sie in „Crimson Lake“ zusammen ermitteln. Tipp 3: „New York Christmas“ von Lisa Nischlag /Lars Wentrup.

Kinderbuch

Zwei Kinderbücher von Nicholas Gannon legte Buchhändlerin Barbara Strauß den Lesern ans Herz. „Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“ beschreibt, liebevoll bebildert, wie Archer am Südpol nach seinen Großeltern sucht. „Die höchst eigenartige Beschwörung von Barrows Bay“ setzt die Story fort. Und in „Die königlichen Kaninchen von London“ (Montefiore/Montefiore) stellt sich Shylo gegen eine Rattenbande, die die Königin im Nachthemd fotografieren will.

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