Eigentümer von Brache Blumenthal lehnt Stadtwald ab

Eine Mischung aus Grünflächen und Gewerbe sieht die Machbarkeitsstudie vor. Das Sicherungsbauwerk (der grüne Hügel in der Mitte) soll so gestaltet werden, dass es Aufenthaltsqualität bekommt.

Eine Mischung aus Grünflächen und Gewerbe sieht die Machbarkeitsstudie vor. Das Sicherungsbauwerk (der grüne Hügel in der Mitte) soll so gestaltet werden, dass es Aufenthaltsqualität bekommt.

Foto: Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Seit Monaten fordert eine Bürgerinitiative die Schaffung eines Stadtwalds auf der Brache Blumenthal. Doch dies lehnt der Flächeneigentümer ab.

Die RAG Montan Immobilien (RAGMI), der Eigentümer der Zechenbrache General Blumenthal in Wanne-Süd, erteilt der Idee eines Stadtwalds eine klare Absage. Das erklärten Vertreter des Unternehmens bei einem Ortstermin mit der WAZ-Redaktion. Die Schaffung eines Walds, wie ihn die Bürgerinitiative seit einiger Zeit mit Nachdruck fordert, sei keine wirtschaftliche Lösung.

Die RAGMI verfolge das Ziel, Blumenthal herzurichten, zu erschließen und zu vermarkten. Und dazu gehöre auch die Ansiedlung von Gewerbe. Allerdings machte Oliver Dresen, Bereichsleiter für die Flächenentwicklung bei der RAGMI, gleichzeitig deutlich, dass das Areal längst nicht komplett mit gewerblicher Nutzung zugebaut werde:

Von der ursprünglichen Grundstücksgröße von 37,4 Hektar seien nach dem Verkauf an Stadler 25,4 Hektar vorhanden. Davon seien 1,5 Hektar für die Wasserhaltung reserviert, weitere 4,2 Hektar für das Landschaftsbauwerk, in das belastetes Material verfüllt wird. Hinzu kommen drei Schachtschutzbereiche mit einem Radius von 30 Metern, die nur eingeschränkt nutzbar sind. Rund 5,5 Hektar seien für Grünstrukturen vorgesehen, sodass etwa 14 Hektar als potenzielle Fläche für Gewerbe übrig bliebe.

Wie dies umgesetzt werden könnte, darüber diskutiert heute der Planungsausschuss, in dem die Machbarkeitsstudie des Planungsbüros Reicher Haase Assoziierte vorgestellt wird, das die Stadt im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hat. Das vorgegebene Ziel: „die Erarbeitung einer aus wirtschaftlicher, städtebaulicher, freiraumplanerischer, funktionaler und ökologischer Perspektive überzeugenden Nutzungs- und Strukturkonzeption“.

Wegeverbindungen zum Stadtteil

Die Vorzugsvariante des Planungsbüros sieht die Entwicklung zu einem herausragenden Innovationsstandort vor. Auf dem Gelände soll es Raum für Start-ups, sowie Dienstleistungs- und freizeitwirtschaftliche Nutzungen geben. RAGMI plädiert für eine weitere Nutzung, die in der Studie bislang nicht berücksichtigt ist: Wohnen. Nur so lasse sich bei der Entwicklung eine Wirtschaftlichkeit herstellen.

Laut Machbarkeitsstudie sollen Fuß- und Radwege das neue Areal mit dem Stadtteil verbinden, so soll es eine Verbindung vom Dorneburger Park zum Blumenthal-Gelände geben, aber auch das Heitkamp-Gelände soll angebunden werden. Das Sicherungsbauwerk, das bereits existiert und in das belastetes Material verfüllt wird, soll nach seiner Fertigstellung „zu einem Grünraum“ mit Aufenthaltsqualität gestaltet werden.

Stichwort belastetes Material: Auf dem Gelände dürften sich noch Altlasten befinden, die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen im Zuge der Herauslösung des Grundstücks aus dem Bergrecht werden laut Dresen durch Rückstellungen der RAG AG finanziert.

Er weist allerdings darauf hin, dass Fundamente im Boden bei den Planungen berücksichtigt werden müssen, weil ihr Abbruch teuer werden könne.

Auch wenn heute im Planungsausschuss die erste Machbarkeitsstudie diskutiert werde: Bis zum ersten offiziellen Spatenstich wird noch einige Zeit vergehen. Laut RAGMI kann es zwei Jahre dauern, bis Blumenthal aus dem Bergrecht herausgelöst ist. Und dieses Verfahren beginne erst, wenn ein Nachfolgenutzungskonzept feststehe.

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