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Ehepaar Freise aus Herne hat ein privates Katzenmuseum mit über 10.000 Exponaten

Das Ehepaar Freise aus Herne hat ein privates Katzenmuseum.

Das Ehepaar Freise aus Herne hat ein privates Katzenmuseum.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Annemarie und Robert Freise sind Katzen-Fans: Das Ehepaar aus Herne sammelt alles rund um die samtpfotigen Vierbeiner. Ihr privates Museum hat weit über 10.000 Exponate - von Ölgemälden, Engeln und Backformen bis zu Klobürstenhaltern. Wegen der Sammelleidenschaft zog das Paar sie sogar um.

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Was die Leute nicht alles sammeln, Briefmarken, Spielzeug oder Autos, manche sogar: Katzen. Allerdings nicht in lebendiger Form, sondern eher von ihrer künstlerischen, kreativen und literarischen Seite her. Annemarie (65) und Robert (62) Freise tragen Katzenschmuck zusammen, aber auch Katzenölgemälde, -engel, -backformen, -aschenbecher, -zeitungsständer, -klobürstenhalter, -korkenzieher – die Reihe ließe sich unendlich fortsetzen. Mit einer Auflistung aller Katzengegenstände könnte man gleich mehrere Zeitungsseiten füllen. „Willkommen in unserem kleinen Katzenmuseum“, begrüßt Annemarie Freise.

Sammlung geht über zwei Etagen

Tatsächlich ist das Haus, in dem die Freises seit dreieinhalb Jahren mit ihrer Devon-Rex-Dame Bibi wohnen, mehr als ein gewöhnliches Einfamilienhaus. Auf zwei Etagen erstreckt sich ihre Sammlung. Der Umzug war nötig, als die alte Wohnung für die Katzensammlung zu klein wurde. „Wir haben vor Jahren mal angefangen, alles zu zählen“, erzählt die Sammlerin, „bei 10.000 haben wir aufgegeben.“

Annemarie Freise führt durch die Räume, zeigt ihre Schätze, all die fein säuberlich sortierten Katzen in den Vitrinen und Regalen, auf der Fensterbank und der Kommode, die Karten in den Schubladen, das Deckengemälde und und und. Wer Katzen-Chaos vermutet, wird eines Besseren belehrt: „Uns ist sehr wichtig, dass es trotz der Masse ansehnlich bleibt.“

Bildbände und Romane

Annemarie Freise führt durchs Wohnzimmer. Dort erstreckt sich die Katzenbibliothek mit Romanen, Sachbüchern und Bildbänden über eine ganze Wand. „Das habe ich nicht alles gelesen. Dafür habe ich gar keine Zeit“, lacht sie. Die alten Schätzchen bewahrt sie in einem gesonderten Regal auf. Sie zieht ein in rotes Leder gebundenes, golden verziertes Buch hervor. „Katzenlieder des Muggi Mäuseloch“, lautet der Titel. „Das müsste von 1906 sein“, vermutet sie, „das habe ich zumindest quergelesen.“ Vor einem antiken Sekretär bleibt sie stehen. „Das ist mein ganzer Stolz“, sagt sie und deutet auf eine Katzenbibliothek in Miniaturformat. Duzende Mini-Kätzchen haben das kleine Bücherräumchen erobert. 600 winzige Bücher stehen in den kleinen Regalen. „Das war ein halbes Jahr Arbeit“, erzählt AnnemarieFreise, „alle Bücher habe ich selbst beklebt.“

Im Arbeitszimmer, so scheint es auf den ersten Blick, haben sich die Katzen noch nicht so weit ausgebreitet. „Aber das täuscht“, schmunzelt Robert Freise. „Hier befinden sich mehr Katzen als im ganzen Rest des Hauses – nämlich als Fotos auf der Festplatte.“

Alles fing vor rund 36 Jahren mit einer Vitrine an

Freises teilen ihre Leidenschaft für Samtpfoten. Angefangen hat das große Sammeln vor rund 36 Jahren mit einer kleinen Vitrine in der alten Wohnung. Zwischenzeitlich hegten die Eheleute sogar den Plan, ein Katzenmuseum in Zell an der Mosel zu eröffnen. „Aber dann waren wir mal im Winter dort. Außerdem leben unsere Tochter und unser Sohn hier. Da haben wir uns gesagt, das geht nicht“, erklärt Frau Freise ihre Entscheidung. Ein Museum haben Freises heute trotzdem. Sie zeigen es gerne. „Wenn jemand unserer Bekannten oder Nachbarn das Ganze mal Freunden zeigen will, dann ist unsere Tür immer offen“, freut sich Annemarie Freise über Besuch. Dennoch: Das Museum bleibt ein Stück weit privat. „So ganz fremde Leute, das muss nicht sein.“

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