Theater

Drei junge Herner Künstler drehen im Wartesaal am „Zeitrad“

Nadia Ihjeij (links) und Patrick Praschma als Tochter Meijnen und Vater Mtoktok Johannson  bei der Probe von „Das Zeitrad".

Nadia Ihjeij (links) und Patrick Praschma als Tochter Meijnen und Vater Mtoktok Johannson bei der Probe von „Das Zeitrad".

Foto: Sabrina Didschuneit

Herne.   Nadia Ihjeij, Patrick Praschma und Till Beckmann haben eine abenteuerliche Figurentheater-Geschichte entwickelt. Ihr Thema: die Zeit.

Das Phänomen Zeit zu erfassen, haben schon etliche kluge Köpfe versucht, Philosophen wie Naturwissenschaftler, Filmemacher und Schriftsteller. Drei junge Künstler, allesamt gebürtige Herner, versuchen es jetzt mit den Mitteln des Figurentheaters: „Das Zeitrad“ hat am Sonntag, 14. Oktober, im Alten Wartesaal des Herner Bahnhofs Premiere. Neu erfunden wird das Rad von Nadia Ihjeij, Patrick Praschma und Till Beckmann.

Zeitfahrer im Zwangsurlaub

Worum es geht, deutet der Untertitel an: Im Mittelpunkt stehen „Die unglaublichen Abenteuer von Meijnen und Mtoktok Johannson in der Galaxie von Uila und drumherum“. Der Plot: Mtoktok Johannson (Patrick Praschma) ist „Zeitfahrer“ auf dem Planeten. Jeden Tag bekommt er eine neue Zeitplatte geliefert, das Drehbuch für die Ereignisse auf Uilla, das er auf dem Rad realisiert. Monotonie pur. Seine Tochter Maijnen (Nadia Ihjiej) schickt ihn deshalb in den Zwangsurlaub und übernimmt seine Aufgaben, versucht aber, die Apparaturen in ihrem Sinne zu beeinflussen. . .

Wer jemals Patrick Praschma, Chris Wawrzyniak und Pierre Cournoyer bei ihrer „Tour de Vinyl“ gesehen hat, wird die Idee wiedererkennen. Während dort per Pedaltritt Musik abgespielt wird, ist es auf dem Planeten Uila die Zeit, die sich langsam und schnell, vorwärts und rückwärts in Gang setzen lässt. Patrick Praschma war es dann auch, der mit Nadia Ihjeij zusammen die Idee zum „Zeitrad“ entwickelt hat. Er liefert außerdem die Visuals, eine animierte Kulisse, die Welt von Uila.

Überdimensionale Masken aus Pappmaché

Dass alle vor dieser Kulisse agierenden, „echte“ Figuren überdimensionale Masken tragen, ist Nadia Ihjeij zu verdanken, die in Berlin an der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst Puppenspiel studiert. Sie hat für Mtoktok und Co. kugelige Köpfe aus Pappmaché gebaut und den „Rat der Zeit“ als einäugige schwarze Gestalten entworfen. Die ehemalige „Herbert“-Preisträgerin hat außerdem die Musik komponiert, und sie singt. Auch der liebe Gott kommt übrigens vor: Ihn hat die Studentin aus dem Fundus ihrer Hochschule mitgebracht.

Till Beckmann, bekannt vom Theater Kohlenpott, wurde von den beiden als „Zeitradmechaniker“ Hans Olo engagiert und teilt deren Euphorie für „das Riesenexperiment“, wie Ihjeij diese erste gemeinsame Produktion nennt. „Ein bisschen Science Fiction und Star Wars“ erkennt Till Beckmann in dem Planeten-Universum, während Jennifer Ewert die Story „zwischen Märchen und Superhelden-Show“ verortet. Die Theater-Kohlenpott-Schauspielerin Ewert „guckt von außen drauf“, wie sie es nennt, was den Spielenden ohne Regisseur nur bedingt möglich sei.

Weitere Produktionen im Alten Wartesaal geplant

Dem Stück sollen weitere in ähnlicher Machart folgen. Als Zielgruppe haben die drei Verantwortlichen „erwachsene Kinder“ im Auge - fantasiebegabte Menschen ab dem Jugendalter. „Wir wollen unbedingt den Raum weiter beleben“, kündigt Till Beckmann an, „weil er eine Perle ist und sehr zentral liegt“.

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Premiere ist am Sonntag, 14. Oktober, 20 Uhr, im Alten Wartesaal des Herner Bahnhofs.

Die Schauspielerin Jennifer Ewert hat die Produktion des „Goldenen Raums“ begleitet. Licht und Ton: Moritz Bütow

Der Eintritt kostet 10/7 Euro. Kartenreservierung unter: zeitrad@praschmatik.de

Kulturinitiative Herne und Stadt Herne sind Förderer.

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