Kommentar

Die Innenstadt stirbt nicht aus

Tobias Bolsmann

Tobias Bolsmann

Foto: WAZ

Edeka Driller schließt. Ist das ein Indiz dafür, dass die Stadt ausstirbt? Ein Kommentar von WAZ-Redakteur Tobias Bolsmann.

Als vor einigen Tagen die ersten Gerüchte über die Schließung von Edeka Driller in den sozialen Medien die Runde machten, lautete ein Kommentar: „Die Stadt stirbt aus!“ Ist das so?

Um die Entwicklung nachzuzeichnen, lohnt sich ein Blick zurück. In den Frühsommer 2015. Damals verließ Rewe das City-Center, nicht viel später der Center-Shop. Das Einkaufszentrum war so gut wie leer. Das Karstadt/Hertie-Haus? Ruine!

Beide Orte sind heute weitgehend renoviert und zum guten Teil vermietet. Allerdings zu einem geringeren Teil mit Handel, stattdessen überwiegen eher Büros und Gastronomie beim Mix. Diese Mischung ist laut der Studie einer großen Beratungsgesellschaft am erfolgversprechendsten. Wo es diese Mischnutzungen gibt, funktionieren sie. Das gibt für Herne Zuversicht. Zieht demnächst das Unternehmen Fläkt in die Neuen Höfe, kommen mindestens 200 Menschen in die Innenstadt - und damit 200 potenzielle Kunden.

Die Folgen der Coronakrise mögen vielleicht noch die ein oder andere böse Überraschung für den Herner Einzelhandel bringen, aber in der Gesamtbetrachtung ist die Schließung des Supermarktes kein Indiz dafür, dass die Herner Innenstadt ausstirbt.

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