Der Tanz auf dem Kreisel

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Jugendkunstschule und Realschule Sodingen präsentieren ihren Entwurf ein letztes Mal.Demnächst wird aus dem Modell ein richtiger Hingucker auf dem Kreuzungsplateau

Selten oder vermutlich sogar nie zuvor hat eine Geschichte aus einer Herner Schule so große Kreise in der Öffentlichkeit gezogen wie das Bemühen Sodinger Realschüler um eine augenfällige Gestaltung des Kreisverkehrs Castroper Straße/Sodinger Straße. Die WAZ berichtete mehrfach; auch darüber, wie sich Vertreter der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitiker mit dem Thema beschäftigten.

Gestern ging die Kreisel-Story in ihre, so Gott will, vorletzte Runde. Uwe Scholle, Leiter der Realschule Sodingen, stellte das "endgültige Modell" vor, hervorgegangen aus einem Wettbewerb und entworfen von Schülerinnen und Schülern der Klasse 7b. Dabei half ihm Karin Hilmar, ihres Zeichens Pädagogin in der Jugendkunstschule Wanne-Eickel, die das Anschauungsobjekt mit einer Reihe "etwas älterer" Schülerinnen auf die Beine gestellt hatte. Letzteres in des Wortes tiefster Bedeutung: Figuren aus Metall tanzen um einen Baum herum, ein Bild, das ein bisschen an das Etikett auf der Kindern nicht ganz unbekannten "Sanostol"-Flasche erinnert. Der Maßstab ist 1:20, und im Sommer soll das Ganze in natura fertig sein, um das runde Plateau auf der Kreuzung zu zieren. Bis dahin ist erneut der Einsatz der Jugendkunstschule gefragt.

Die gestrige Präsentation ging naturgemäß nicht ohne "städtische Begleitung" über die Bühne. Der Chef des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr, Josef Becker, war ebenso an den Stadtrand geeilt wie sein Abteilungsleiter Manfred Sablinski, der nicht müde geworden war, den Kommunalpolitikern im Ratsausschuss für Planung und Stadtentwicklung und in der Bezirksvertretung Sodingen das Engagement der Realschüler deutlich zu machen. Die Damen und Herren hatten den Tatendrang zu schätzen gewusst, von "gelebter Demokratie" gesprochen und ähnlich hehre Worte gebraucht. "Anfangs machte sich bei mir eine gehörige Portion Skepsis breit, vor allem mit Blick auf die Verkehrssicherheit", gestand Josef Becker, "doch dann hat es auch mir großen Spaß gemacht".

Außerdem gestern vor Ort: Claudia Lemke vom Fachbereich Stadtgrün, die den Baum ausgesucht hatte, der, im Gegensatz zu den Tänzerinnen und Tänzern, übrigens echt sein wird. Ein Blauglockenbaum ist's, laut Auskunft der Expertin "violettfarbig blühend und durchaus etwas darstellend". Schulleiter Scholle freut sich nicht zuletzt über die "Identifikation" mit ihrem Stadtteil, den seine Schutzbefohlenen durch das Werk an den Tag gelegt haben. "Wer den Kreisverkehr passiert, weiß: Das war nicht irgendein Künstler, das waren wir!"

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