Cranger Kirmes

Der Nachwuchs tummelt sich mit viel Spaß in der Arche

David (4, stehend) und die anderen Schaustellerkinder spielen in der evangelischen Kita an der Sternstraße mit großem Vergnügen „Bello, Bello, dein Knochen ist weg". In der „Cranger Arche“ gibt es während der Kirmeszeit eine Gruppe für die Schaustellerkinder.

Foto: Michael Korte

David (4, stehend) und die anderen Schaustellerkinder spielen in der evangelischen Kita an der Sternstraße mit großem Vergnügen „Bello, Bello, dein Knochen ist weg". In der „Cranger Arche“ gibt es während der Kirmeszeit eine Gruppe für die Schaustellerkinder.

Herne.   Nestschaukel statt Kettenkarussell: Die Eltern arbeiten auf dem Platz, ihr Nachwuchs spielt, bastelt und malt in der evangelischen Kita.

Die Kinder haben sich auf der Wiese ein schattiges Plätzchen gesucht und sitzen im Halbkreis zusammen - mit Ausnahme von Emilie. Die Fünfjährige hat sich hingelegt und hält die Augen geschlossen. Denn sie darf nicht sehen, wer gleich das Spielzeug von ihrem Rücken nimmt. Mit Begeisterung widmen sich die Mädchen und Jungen dem Versteckspiel „Benno, Dein Knochen ist weg“, erzählt Julia Bittner.

Mittags um 12 Uhr beginnt das Programm

Die 27-jährige leitet im evangelischen Kindergarten Cranger Arche eine Gruppe, die sich nur für zwei Wochen in dieser Zusammensetzung trifft. „Die Kinder gehören allesamt zu Schaustellerfamilien der Cranger Kirmes“, erläutert die Lehramtsstudentin. Mittags um 12 Uhr beginnt das Programm und endet um 18 Uhr. Die Schausteller haben, wie Erzieherin Rana Eveyil erklärt, ein großes Interesse an einer Betreuung, da sie nun mal in der Zeit auf dem Rummel alle Hände voll zu tun haben. Da seien sie froh, ihre Kinder gut aufgehoben zu wissen. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage deutlich gestiegen, berichtet Julia Bittner. 20 Plätze stehen derzeit zur Verfügung. „Wenn es nach den Wünschen der Familien ginge, müssten wir noch zehn weitere Plätze schaffen“.

Obwohl es sich um Räume eines Kindergartens handelt, können hier an der Sternstraße auch Mädchen und Jungen mitmachen, die längst schulpflichtig sind. „Wir nehmen Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren auf“, sagt Nesrin Kara (22). Da derzeit Sommerferien sind, komme Schule momentan nicht in Betracht.

Malen, basteln, spielen

Die ältesten Kinder, die sich seit dem Montag vor Kirmesbeginn in der Schausteller-Gruppe einfinden, sind neun, die jüngsten zwei Jahre alt, berichtet Julia Bittner. Malen, Basteln und Kochen stehen als Programmpunkte auf den Tagesplänen. „Wenn es aber so heiß ist, dann sind wir meistens draußen“. Da reiht sich dann schon mal gerne eine Wasserschlacht an die nächste. Badesachen haben die Kinder bei den Temperaturen immer dabei. Hitze hin oder her: Die achtjährige Jada hat großen Spaß, wenn sie mit anderen Kindern auf die Nestschaukel kann, Josephine (7) hat die Dreiräder und Fahrräder für sich entdeckt und kurvt damit auf dem Kita-Gelände gern herum. Die beiden sind nicht zum ersten Mal in der Arche, sondern waren auch schon in den vergangenen Sommern hier zu Gast. „Die allermeisten Kinder kennen wir, da die Familien jedes Jahr zur Cranger Kirmes kommen“, erläutert die Gruppenleiterin. Zudem kennen sich nach ihren Erfahrungen die Mädchen und Jungen auch untereinander, treffen sich auf dem Rummel hier und an anderen Orten.

Heißt es nach den zwei Wochen in der Cranger Arche Abschied zu nehmen, erhält jedes Kind noch ein persönliches Geschenk. In seiner Mappe findet es ein Foto, das während der Zeit in der Kita entstanden ist, zudem gehören Bilder dazu, die es gemalt hat und ein Blatt Papier mit einem Handabdruck des jungen Gastes. Für die siebenjährige Josephine steht nach Crange schon der nächste Ort fest: Sie fährt mit Eltern zur Kirmes in Augsburg. „Dort muss ich aber dann in die Schule“, erzählt sie.

>>>Info

Schausteller Wolfgang Lichte nimmt die Anmeldungen für die Kita-Gruppe entgegen, kümmert sich um die Finanzen und steht im engen Kontakt mit der Evangelischen Kirche als Träger der Einrichtung. Die Familien zahlen eine Gebühr für die Betreuung. Aufgrund der Urlaubszeit besuchen momentan weniger Kinder als sonst die Kita an der Sternstraße. Daher stehen auch Räumlichkeiten für die Schausteller-Kinder zur Verfügung.

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