Notfälle

Der Minizoo im Revierpark Gysenberg erhält Notfallkoffer

Thilo Sengupta, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Stadtgrün, und Tierpflegerin Claudia Elbing bei der Vorstellung  des Notfallkoffers im Minizoo des Gysenbergparks.

Thilo Sengupta, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Stadtgrün, und Tierpflegerin Claudia Elbing bei der Vorstellung des Notfallkoffers im Minizoo des Gysenbergparks.

Foto: Joachim Hänisch

Herne.   Im Ernstfall zählt jede Sekunde: Im Minizoo des Herner Gysenbergparks gibt es ab sofort einen Notfallkoffer für lebensrettende Maßnahmen.

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Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde, um Leben zu retten. Neben der klassischen Herzdruckmassage gibt es Defibrillatoren und andere Rettungsmittel, die helfen können. Am Minizoo im Revierpark Gysenberg wurde gestern ein Notfallkoffer angebracht, der im Ernstfall wichtige Hilfestellung gibt. Möglich wurde dies durch die Unterstützung zahlreicher Herner Unternehmen, die gemeinsam die Anschaffung und Wartung des Notfallkoffers – rund 8500 Euro – finanzieren.

„Die Firma Communitas hat uns vorgeschlagen, im Minizoo einen Notfallkoffer anzubringen“, erklärt Thilo Sengupta, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Stadtgrün der Stadt Herne. Daraufhin habe die Stadt ein Empfehlungsschreiben erstellt, im Januar seien die Verträge unterzeichnet worden. „Wir freuen uns über das Engagement und dass wir als Stadt nichts dafür zahlen müssen.“

Die Sponsorensuche übernahm ebenfalls die Firma Communitas. Insgesamt 16 Herner Betriebe erklärten sich bereit, das Projekt zu unterstützen. Ihre Namen sind auf einer Sponsorentafel im Eingangsbereich des Minizoos zu lesen. Dort findet sich auch der Notfallkoffer. „Die Dichte an Defibrillatoren ist in Deutschland noch recht gering“, sagt Manfred Walter von Communitas. In England oder den Niederlanden sähe dies anders aus. Ob es ein solches Gerät in der Nähe gebe, erkenne man an einem Piktogramm: ein Herz mit einem Blitz darin. Es gebe auch Apps, die den nächsten Standort anzeigen sollen. Diese hält Walter allerdings für Unsinn. „Wenn kein Gerät in der Nähe ist, fangen Sie mit der Herzdruckmassage an, ansonsten verlieren Sie zu viel Zeit.“

Zeit ist der entscheidende Faktor

Und Zeit ist bei einem Herzstillstand der entscheidende Faktor, denn pro verstreichender Minute sinkt die Überlebenschance. „Nach vier Minuten haben Sie irreparable Hirnschäden, nach sieben Minuten sind Sie ein Pflegefall, und nach acht Minuten liegt die Chance zu überleben nur noch bei 20 Prozent.“ Komme die Hilfe allerdings schnell, liege die Überlebenschance bei 84 Prozent. „Sobald der Koffer geöffnet wird, geht ein Notruf an die Rettungsleitstelle raus“, erklärt Manfred Walter. Jeder Koffer habe eine Identifikationsnummer, so dass die Experten in der Leitstelle sofort wissen, von wo der Notruf kommt.

Danach leitet einen das Gerät genau an und erklärt jeden einzelnen Schritt. „Man kann keine Fehler machen“, betont Walter. Das Gerät entscheide, ob ein Kammerflimmern vorliegt. Denn nur dann komme der Defibrillator zum Einsatz.

„Das Gerät sagt ganz genau, was zu tun ist und ob ein Herzschlag vorliegt oder nicht.“ Es gibt sogar den Takt für die Frequenz der Herzdruckmassage vor.

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