Körperschmuck

Das lassen sich Herner bei Tätowierer Thiemo Maaß stechen

Handtattoos sticht Thiemo Maaß nur Kunden mit Tattooerfahrung.

Handtattoos sticht Thiemo Maaß nur Kunden mit Tattooerfahrung.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.  Aus dem Herner Tattoostudio „Baker Street Tattoo“ ist das Arschgeweih verschwunden. Inhaber Thiemo Maaß kennt die neuen Tattoo-Trends.

Etliche Tattoos zieren die Haut von Thiemo Maaß. Seit dreieinhalb Jahren ist der 43-Jährige Inhaber des Tattoostudios „Baker Street Tattoo“ an der Bochumer Straße. Aber wer jetzt glaubt, dass Maaß andauernd Arschgeweihe tätowiert, liegt falsch. „Das ist seit mindestens 15 Jahren out“, sagt er.

Stattdessen gebe es etliche neue Trends, deren Liste fast endlos erscheint. Beispiele sind Schriftzüge, Rosen, Mandalas oder der Stil „Trash Polka“. Das sind schwarze Tattoos mit roten Akzenten. Aber es gebe auch echte Dauerbrenner bei den Kunden der Baker Street. „Drachen, Totenköpfe und Wikinger gehen immer“, erläutert Maaß.

Ansehen des Körperschmucks habe sich verändert

Verändert hätten sich aber nicht nur die Motive, sondern auch das Ansehen des Körperschmucks. „Früher hat man eine Ohrfeige bekommen, jetzt ist das alles lockerer und gesellschaftsfähiger. Die ganzen Fußballprofis sind ja schließlich auch zugeballert mit Tattoos“, sagt der Tätowierer.

„Hier gibt es nur Schalke-Tattoos“, scherzt Thiemo Maaß. Manche Motive steche er nicht, das gelte nicht nur für BVB-Motive. „Tribals machen wir nicht. Drei- bis viermal im Jahr kommen Leute zu mir in den Laden und wollen so ein Tattoo. Das ist aber einfach veraltet. Das sind dann Leute, denen man auf die Beine helfen muss“, erläutert Maaß.

Auch jungen Leuten steche er nicht alles. „Wenn da ein junges Mädchen kommt und ihr erstes Tattoo am Hals oder an der Hand haben will, raten wir zu Motiven, die man auch verstecken kann. Geld ist da nicht alles“, betont er. Gesichtstattoos biete er nur für Leute mit einer „gewissen Reife“ an.

Keine Augapfeltattoos

Auch Trends wie Augapfeltattoos mache das Herner Tattoostudio nicht mit. „Das ist ein zu hohes Risiko. Ich will das nicht verantworten, dass nachher jemand blind wird. Ein Freund von mir aus Brasilien hat so ein Tattoo, da kriegt man Angst wenn man das sieht“, findet der Tätowierer.

Neben dem Stechen biete „Baker Street Tattoo“ auch Laserbehandlungen an, also das Entfernen von Tattoos. Das klappe zwar nie vollständig, nach einer solchen Behandlung sei aber ein „Cover-up“ möglich, also das Übertätowieren mit einem neuen Motiv. „Wir lasern oft bei Leuten, die sich privat haben stechen lassen, was meist schief geht. Selten haben wir hier auch ehemalige Rechtsradikale, die ihre Tattoos loswerden wollen. Sowas würden wir hier niemals stechen, aber die Leute können sich ja ändern“, sagt Maaß.

Die meisten seiner Kunden seien im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Seine älteste Kundin sei bisher Anfang 80 gewesen. Mit einem „Omi, hier werden Träume wahr“ habe er der Seniorin die Namen ihrer Enkel auf den Arm tätowiert, nachdem sie davon geträumt habe. „Man lebt nur einmal. Da sollte man das machen, worauf man Bock hat“, findet der 43-Jährige.

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