Medizin

Das Herner EvK vergrößert seine Abteilung Schmerztherapie

Sie leitet die Schmerztherapie: Dr. Katja Vogelsang, hier mit Prof. Dr. Eckhard Müller, Chefarzt der Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin am EvK.

Sie leitet die Schmerztherapie: Dr. Katja Vogelsang, hier mit Prof. Dr. Eckhard Müller, Chefarzt der Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin am EvK.

Foto: EvK

Herne.  Das EvK in Eickel geht mit einer erweiterten Abteilung chronischen Schmerzen auf den Grund. Ein multiprofessionelles Team steht bereit.

Das Evangelische Krankenhaus hat am Standort Eickel die Abteilung Schmerztherapie erweitert. Ende Januar wurde eine eigene Bettenstation eröffnet. Neue Leiterin ist Dr. Katja Vogelsang.

Chronische Schmerzen gehen selten auf nur eine Ursache zurück. Umso schwieriger ist es, einen Ansatzpunkt für die Behandlung zu finden. „Wichtigste Voraussetzung, um alle Faktoren zu ermitteln, die zu dem Schmerzzustand beitragen, ist, sich viel Zeit für das Gespräch mit dem Patienten zu nehmen und ihn auch nach anderen Themen als nur rein körperlichen Symptomen zu befragen “, sagt Schmerztherapeutin Dr. Katja Vogelsang. Denn oft genug sind es zusätzlich Probleme im Beruf oder private Sorgen, die den Betroffenen so schwer belasten, dass die körperlichen Beschwerden unerträglich werden.

Experten erstellen Behandlungskonzept

Während eines stationären Aufenthalts, der in der Regel zwischen neun und zwölf Tagen dauert, befasst sich ein multiprofessionelles Team aus Schmerzspezialistin Dr. Vogelsang, Medizinern der Orthopädie oder Neurologie, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Pain Nurses und Psychologen mit dem Betroffenen. Gemeinsam mit dem Patienten entwickeln sie ein Behandlungskonzept, um die Beschwerden zu lindern und Perspektiven zu schaffen, wie der Alltag besser bewältigt werden kann. Dazu gehören neben der Physiotherapie auch die Atemtherapie, Entspannungsübungen sowie Maßnahmen aus der Aromapflege.

Eine wesentliche Rolle spielt die richtige Medikamentengabe. Häufig nehmen Patienten viele verschiedene Präparate gleichzeitig ein, teilweise auch hohe Dosierungen von starken Schmerzmitteln und leiden unter mangelnder Wirkung oder den unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Während eines stationären Aufenthalts kann der Patient kontinuierlich beobachtet werden, um so für ihn das richtige Medikament zu finden.

Psychologin wird einbezogen

Sind es vor allem Ängste oder Stress, die dem Körper so zusetzen, dass er einen chronischen Schmerz entwickelt, bezieht Dr. Vogelsang auch eine Psychologin mit ein, um dem Patienten bei der Suche nach einem Ausweg aus der Schmerzfalle zu helfen. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit dem Patient alle noch bei ihm vorhandenen Ressourcen freizulegen, damit er wieder Vertrauen zu sich selbst und seinen Körper gewinnt“, erklärt die Schmerztherapeutin.

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