Freizeit

Darum wanderten 210 Besucher bei Regen durch den Revierpark

Trotz Regen machten 210 Wanderer beim 32. Herner Wandertag mit.

Trotz Regen machten 210 Wanderer beim 32. Herner Wandertag mit.

Foto: Dietmar Wäsche

Der Stadtsportbund hat zum 32. Herner Wandertag eingeladen. Trotz Regens kamen 210 Teilnehmer. Eine neue Attraktion kam besonders gut an.

Der Himmel ist dunkel, es nieselt, zehn Grad: Herbstanfang eben und das optimale Wanderwetter, sagt Peter Achilles, Geschäftsführer des Stadtsportbunds (SSB). Der SSB richtete am Sonntag den 32. Herner Wandertag zusammen mit dem TV Herne Börnig/Sodingen aus. 210 Herner trotzten dem ungemütlichen Wetter und bewanderten die acht Kilometer lange Strecke. In den vorigen Jahren hatten bis zu 500 Bürger teilgenommen.

Die Sporthalle im Revierpark Gysenberg war bereits um 9.25 Uhr gefüllt von kleinen und großen Wanderern, in Funktionskleidung, mit Hüten und Wanderstöcken. Zuvor gab es einen ökumenischen Gottesdienst, geleitet von Karsten Herbers. Unterstützt wurde er durch das Gitarrentrio der Familie Schneider, das die Veranstaltung den ganzen Tag über begleitete.

Kein Wettbewerb

Dass es weniger Teilnehmer als sonst waren, störte Peter Achilles weniger, es gebe schließlich viele Stammteilnehmer. Neben Rentnergruppen verwies er auf eine Gruppe aus Freunden von der Firma Getränke Rampe. Die jungen Erwachsenen liefen gegen 10 Uhr los, sie sind mittlerweile jedes Mal dabei. „Das ist kein Wettbewerb. Es geht darum, die Leute zu motivieren, wieder mit der Familie rauszugehen“, findet Achilles. Es gebe so schönes, weitläufiges Grün in Herne. Daher gebe er sich Mühe, die Veranstaltung attraktiv zu gestalten. So wurde den Teilnehmern neben dem Herner Grün und Bewegung an der frischen Luft auch einiges an Information geboten.

Als neue „Attraktion“ trat Jürgen Hagen, Leiter des Stadtarchivs, auf. An der Stempelstelle auf der Hälfte der Strecke wurde den Teilnehmern also, neben Kaffee, Keksen und Eierlikör, historisches Hintergrundwissen zur Umgebung geboten. So passierten die Wanderer zwölf unberührte Hügelgräber im Gysenberger Wald, die wahrscheinlich aus der Bronzezeit stammen und 1928 entdeckt wurden, hieß es. Sie seien die einzigen noch erhaltenen Gräber ihrer Art im Ruhrgebiet.

An der Stempelstelle lässt sich die „Bergmannsbuche“ bewundern. Diese wurde, nach der Schlagwetterexplosion auf der Zeche Mont-Cenis und dem Tod von 85 Bergmännern am 20. Juni 1921, geschmückt und benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zur Erinnerung an die Verunglückten zusätzlich ein Marienbildstock errichtet, der 2012 nachkonstruiert wurde.

Wanderpokal für den Turnverein

Als die Wanderung um 15 Uhr mit der Siegerehrung zu Ende ging, erhielt der Turnverein Börnig-Sodingen als teilnehmerstärkste Gruppe, den Wanderpokal. Trotz des herbstlichen Wetters wurde die Streckenführung gelobt. Laut Achilles ist Regen ja sowieso nur erhöhte Luftfeuchtigkeit.

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