Konzert

Crossover-Erlebnis mit dem Chronatic Quartet in Herne

Das Chronatic Quartet in der Flottmannkneipe in Herne.

Das Chronatic Quartet in der Flottmannkneipe in Herne.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

HERNE.   Vier Musiker führten Klassik und Pop zusammen. Das Publikum in der Herner Flottmannkneipe erlebte eine spannende Crossover-Begegnung.

Spannende Crossover-Begegnungen konnten die Besucher der Flottmannkneipe am Donnerstagabend beim Konzert des Chronatic Quartets erleben. Wie hebt man Zeit und Raum musikalisch aus den Angeln? Das hatte sich diese Band vorgenommen, die ihren Namen von dem griechischen Zeitgott Chronos ableitet. Bassist und Moderator Marco Alleata, Geiger Tobias Paulus, Pianist Benedikt ter Braak und Schlagzeuger Jan Friedrich bringen klassische Stücke mit Rock- und Poptiteln in Beziehung und erzählen so eine neue Geschichte.

Mozart trifft auf orientalischen Pop

In „Rondo mondiale“ treffen bekannte Rossini-Melodien und Mozarts „Alla turca“-Marsch auf orientalischen Pop, in „Abbadeus“ begegnen sich Beethoven, seine große Liebe, die Abba-Sängerin Agnetha und sein Nebenbuhler Falco. In das Schicksalsmotiv aus Beethovens 5. Sinfonie brechen sich Rockrhythmen Bahn und ringen immer wieder um die Oberhand, doch Beethoven ist nicht so leicht unterzukriegen und legt sich auch einen E-Basssound zu. Aber Agnetha hat Beethoven schließlich doch für Falco verlassen, denn er hat immer ihren Namen verwechselt. Diesen Schicksalsschlag hat er prompt kompositorisch verarbeitet, und wie das klingt, zeigt das Chronatic Quartet in „Tribute to Elise“. Die bekannte Melodie perlt am Klavier, doch dann wird alles anders. Hart pulsierender Rockrhythmen überschlagen sich, Beethoven powert sich aus, die vier Musiker ebenso.

Quartett rockt „Game of Thrones“ und „Fluch der Karibik“

Romantisch und verträumt können sie zwar auch, doch das hält nicht lange vor. In ihrem Filmmusik-Medley rocken sie dann ganz schnell „Game of Thrones“, „Fluch der Karibik“ und flotte irische Reels mit ihrem unverwechselbaren Geigensound. Bei „Classic Rocks Pop“ darf natürlich Freddy Mercury nicht fehlen. Er verliebt sich unsterblich in Carmen, doch ihre Eltern, die Königin der Nacht und der Bergkönig, müssen in der fetzigen Rockoper des Chronatic Quartets natürlich auch ein Wort mitreden und schicken Michael Jackson als Konkurrenten ins Rennen.

Schade war nur, dass an dem warmen Frühlingsabend nur wenige Besucher den Weg zu diesem faszinierenden Konzert gefunden haben.

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