Covid-19

Corona trübt die Besuchszahlen bei den Herner Schwimmbädern

Der Südpool in Herne war bei Besuchern aus der ganzen Region ein beliebtes Ziel nach dem Lockdown.

Der Südpool in Herne war bei Besuchern aus der ganzen Region ein beliebtes Ziel nach dem Lockdown.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Wegen Corona sind in diesem Jahr deutliche weniger Besucher in die Herner Schwimmbäder gekommen. Nur der Südpool öffnete den Freibad-Betrieb.

Erst Lockdown, dann Besucherbegrenzungen: Die Schwimmbäder in Herne haben die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Die Besucherzahlen sind in allen drei Schwimmbädern enorm zurückgegangen. Dabei gibt es aber auch eine positive Nachricht: Bisher gab es keinen einzigen Corona-Fall in den Bädern.

Die Freibad-Saison ist mit dem Hundeschwimmen am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen – ganz ins Wasser gefallen ist sie immerhin trotz Corona-Pandemie nicht. Allein in den Südpool kamen zwischen Mai und September 38.000 Besucher, sagt Lothar Przybyl, Chef der Herner Bädergesellschaft. „Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis.“

14.000 Gäste weniger als 2019 im Herner Südpool

Denn damit seien 73 Prozent der Auslastung des Vorjahres erreicht, als gut 52.000 Menschen das Bad besuchten. „Das ist ein fantastisches Ergebnis im Vergleich zum NRW-Wert, der im Schnitt bei 40 bis 45 Prozent liegt“, sagt Przybyl. Im August und September seien sogar mehr Gäste gekommen als im Vorjahr. Besucher kämen vor allem ins Freibad, wenn mindestens drei Tage am Stück heißes Wetter sei, erläutert der Bäder-Chef. Das sei in diesem Jahr bei wechselhaftem Wetter eher selten der Fall gewesen.

Neben dem Wetter war aber vor allem Corona Ursache für die schlechten Zahlen. Denn nach dem Lockdown öffnete der Südpool verspätet und auch anschließend musste sich das Bad an strenge Auflagen halten. „Wenn sonst an heißen Tagen 3000 Leute gekommen sind, durften dieses Jahr nur 400 bis 600 rein“, sagt der Bäder-Chef. Menschen aus der ganzen Region seien aber in das Herner Bad gekommen, da sie schwimmen wollten und viele andere Bäder noch geschlossen waren.

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Und insgesamt sei es friedlich geblieben: Nur in zwei bis drei Fällen habe die verstärkt eingesetzte Security einschreiten müssen und Leute aus dem Bad verweisen. Sonst hielten sich die Menschen zumeist friedlich an die Corona-Vorgaben.

Herner Lago nur mit Innen-Betrieb

Im Lago sehe die Lage anders aus. Dort sei das Schwimmerbecken im Freibadbereich den ganzen Sommer über nicht in Betrieb gewesen, so Przybyl. Den Innenbereich besuchten bisher 100.000 Schwimmbegeisterte – im gesamten Vorjahr waren es 320.000. Zusätzlich fielen rund 35.000 Gäste aus den Freibad-Betrieb komplett weg.

Noch schlechter als beim Lago sind allerdings die Zahlen des Wananas. Während im Vorjahr 120.000 Gäste das Bad besuchten, waren es in diesem Jahr bisher nur 45.000 – ein Minus von 75.000 Besuchern. Eine Ursache sei, dass das Wananas ein Kombi-Bad mit Schulen und Vereinen sei. „Dadurch dass sie unmittelbar nach den Sommerferien zurückgekommen sind, mussten wir die Besucherkapazitäten aufgrund der Personenlimits um ein größeres Maß reduzieren“, bedauert der Bäder-Chef. Er hatte gehofft, dass die Schulen nur schrittweise zurückkämen.

Bisher kein Corona-Fall in Herner Bädern

Am Anfang seien die Gäste nach dem Lockdown verunsichert gewesen wegen aufgemalter Einbahnstraßen und Maskenpflicht in manchen Bereichen. Nach etwas Zeit habe sich das aber eingespielt. „Wir haben viele Dankesschreiben bekommen, weil die Leute so froh waren, dass sie wieder schwimmen dürfen.“

Die Infektionsgefahr im Bad sei sehr gering, sagt er. „Das Virus verbreitet sich nicht über Chlorwasser. Es gibt kaum einen sichereren öffentlichen Ort als die Bäder“, davon ist der Chef der Bädergesellschaft überzeugt. In den ganzen Monaten habe es keinen einzigen positiven Fall bei Mitarbeitern oder Badegästen gegeben, weswegen sich das Gesundheitsamt gemeldet hätte. Und dennoch: Am Mittwochabend verkünden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs die erneute Schließung aller Schwimmbäder im November.

Lothar Przybyl setzt nun aufs kommende Jahr und hofft für das zweite Halbjahr auf einen „deutlichen Aufwärtstrend einhergehend mit einem Impfstoff, der dann da sein sollte“.

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