Coronavirus

Corona: Cranger Weihnachtszauber fällt in diesem Jahr aus

Im vergangenen Jahr war der Cranger Weihnachtszauber gut besucht. In diesem Jahr wird er nicht stattfinden.

Im vergangenen Jahr war der Cranger Weihnachtszauber gut besucht. In diesem Jahr wird er nicht stattfinden.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Herne.  Der Cranger Weihnachtszauber in Herne ist nun endgültig wegen Corona abgesagt worden. Nicht alle Herner verstehen diese Entscheidung.

Der Cranger Weihnachtszauber wird aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie ausfallen. Die steigenden Infektionszahlen und insbesondere die Einstufung des Ruhrgebietes und der Stadt Herne als Risikogebiete hätten sie dazu veranlasst, den Weihnachtszauber in diesem Jahr nicht durchzuführen, teilt die Stadt mit.

„Wir tragen auch eine Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger“, sagt Sebastian Küchenmeister, „Sicherlich ist es eine schmerzliche Entscheidung, den Cranger Weihnachtszauber in diesem Jahr nicht durchführen zu können. Mein Berufsziel ist, unseren Gästen eine schöne, wunderbare Zeit auf unserem Weihnachtsmarkt zu ermöglichen. Im Hinblick auf unsere soziale Verantwortung ist die getroffene Entscheidung dennoch die richtige.“

Schutz der Gesundheit stehe im Mittelpunkt

Für die Stadt Herne stehe der Schutz der Gesundheit der Bürger im Mittelpunkt. Daher sei letztlich eine einvernehmliche Entscheidung der richtige Weg gewesen, um in einer schwierigen Zeit keine unnötigen Risiken einzugehen, so die Stadt. Eine Veranstaltung unter den Rahmenbedingungen und Einschränkungen der Pandemie hätte alle Beteiligten eher belastet.

Sebastian Küchenmeister zeigt sich dennoch schon jetzt zuversichtlich für das nächste Jahr. 2021 soll es, nach hoffentlich überstandener Pandemie, „den schönsten Cranger Weihnachtszauber aller Zeiten“ geben. Hierzu seien bereits Ideen und Projekte in Arbeit, deren Umsetzung ursprünglich schon für 2020 angedacht war.

Viele Herner hätten sich den Weihnachtszauber gewünscht

Bereits seit Dienstag stand der Weihnachtszauber auf der Kippe. Schon kurz nachdem bekannt wurde, dass die Weihnachtskirmes auf dem Cranger Kirmesplatz eventuell doch nicht stattfinden wird, überschlugen sich die Stimmen der Herner im Internet. Die WAZ hat einige Stimmen gesammelt:

So schreibt Kai Blech auf der Facebook-Seite der WAZ Herne: „Ich kann diese Diskussion nicht verstehen. Besonders draußen und in einem kontrollierten Bereich kann man sowas stattfinden lassen. Und das sollte man auch. Natürlich geht es um unser aller Gesundheit aber auch um die Existenz von jedem. Hier muss ein gutes Verhältnis her. “

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Der Weihnachtszauber hätte stattfinden müssen, „die Schausteller kämpfen um ihre Existenz“, fügt Sascha Wolters hinzu. „Die Menschen brauchen auch in dieser Zeit eine Abwechslung vom Alltag. Wer nicht mag oder Angst hat, muss ja nicht hingehen.“

Und für Patrick Weber sei der Cranger Weihnachtszauber die letzte Hoffnung auf ein bisschen „Weihnachts-Feeling“ gewesen. „Ansonsten, müssten auch alle Wochenmärkte oder Monats-Märkte abgesagt werden und die finden ja auch noch statt“, fügt er hinzu.

Einige Herne fänden es grob fahrlässig den Weihnachtszauber stattfinden zu lassen

Doch es gibt auch viele Herner, die es in der aktuellen Situation verantwortungslos gefunden hätten, ein solches Event stattfinden zu lassen. So ist Sascha Zapadtka definitiv gegen den Rummel: „Die Zahlen steigen und steigen und manche Mitmenschen sind nicht mal in der Lage die einfachsten Regeln zu befolgen. Wie soll da ein Weihnachtsmarkt funktionieren? Wir haben dieses Jahr so gut wie auf alles verzichtet, da kommt es auf den Weihnachtszauber jetzt auch nicht mehr drauf an.“

Und auch wenn viele Herner ihr Mitleid für die Schausteller äußern, sei es selbst mit einem guten Hygienekonzept schwierig, einen so großen Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen. „Denn ab einem bestimmten Wert dürfte ja nur noch eine gewisse Anzahl an Menschen auf den Platz. Die Händler/Schausteller haben aber dennoch ihre Kosten. Ich denke das rechnet sich auch nicht“, sagt Melanie Bödeker.

„Weihnachten ist das Fest der Liebe und nicht des Konsums“

Vielmehr sollten größere Veranstaltungen zur Unterstützung der Schausteller geplant werden, wenn alles vorbei sei, sagt Vivi Böcker. „Ich finde, es wäre grob fahrlässig, irgendeinen Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen. Die Inzidenzwerte im Ruhrgebiet sprechen für sich, und auf einem Weihnachtsmarkt kann man auch nicht mal eben die Nachverfolgbarkeit gewährleisten.“

„Weihnachten ist das Fest der Liebe und nicht des Konsums“, sagt Tobias Willemse. „Einfach mal so Weihnachten verbringen, wie es angedacht ist. Hat unseren Großeltern und Eltern auch nicht geschadet.“

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