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Burkini-Kauf an Herner Schule sorgt für Kritik und Lob

Das Thema Burkini-Kauf an einer Herner Schule bewegt die Menschen.

Foto: Rolf Haid

Das Thema Burkini-Kauf an einer Herner Schule bewegt die Menschen. Foto: Rolf Haid

Herne.   Der Kauf der 20 Burkinis am Pestalozzi-Gymnasium hat eine breite Diskussion ausgelöst. Das sagen SPD, Schüler Union und Integrationsagentur.

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Der Kauf von Burkinis für den Schwimmunterricht am Pestalozzi-Gymnasium in 2016 hat weitere Reaktionen ausgelöst. Hernes SPD-Unterbezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter Alexander Vogt kritisiert den Schritt: „Das allgemeine Anschaffen von Burkinis durch die Schule ist nicht der richtige Weg“, heißt es in einer Mitteilung.

Lehrer stünden zwar täglich vor großen Herausforderungen, insbesondere beim Thema Integration. Sollte es Probleme bei der Teilnahme am Schwimmunterricht geben, müssten diese aber individuell mit den Schülerinnen und in direktem Kontakt mit ihren Eltern gelöst werden.

Nicht zuletzt hätte sich Vogt von der Schulleitung „eine umsichtigere Form der Kommunikation gewünscht“.

SPD-Fraktionschef Udo Sobieski hält eine ganzkörperliche Verhüllung von Minderjährigen zwischen elf und 14 Jahren generell „nicht für integrationsförderlich“, sagt er in einer Stellungnahme; sie sei „nicht mit unserem emanzipatorischen Grundgedanken vereinbar“. Auch den Kauf der 20 Burkinis hält er „für nicht richtig“, fügt er an.

Keine Aufgabe von Schule oder Schulträger

„Ganz klar kritisch“ sieht auch die Herner Schüler-Union die Anschaffung, sagt Jascha Hoppe, stellvertretender Bundes-, Landes- und Kreisvorsitzender. Sie sei – egal ob durch Förder- oder Spendengelder – ein falsches Signal. „Die Anschaffung von glaubenskonformer Schwimmbekleidung sollte nicht Aufgabe von Schule oder Schulträger sein, sondern Aufgabe der jeweiligen Schüler beziehungsweise deren Erziehungsberechtigten“, so Hoppe.

Lob gibt es dagegen von der vom Verein Plan B geführten Integrationsagentur Herne. „Am Pestalozzi-Gymnasium wird es nicht mehr möglich sein, sich vor dem Unterricht zu drücken und dies religiös zu begründen“, sagt Mahmut Hamza, Leiter der Integrationsagentur Herne. Und das sei entscheidend: Der Schwimmunterricht sollte allen Kindern und Jugendlichen offenstehen. „Der Erfolg gibt der Schulleitung Recht.“ Das Gymnasium habe übrigens auch Badehosen und andere Sportbekleidung angeschafft, um allen Schülern die Teilnahme am Sportunterricht zu ermöglichen, fügt Hamza an.

Lesen Sie auch unseren Pro und Contra-Kommentar:

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