Bildung

Bundesministerin besucht Talent-Kolleg Ruhr in Herne

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, links, und Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule.

Foto: Rainer Raffalski

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, links, und Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule. Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Prof. Dr. Johanna Wanka informierte sich am Talentkolleg Ruhr über Fördermöglichkeiten von Schülern, die aus hochschulfernen Kreisen stammen.

An der „Lösung von Kontakt- und Steuerproblemen mit potential-theoretischen Mitteln“ möge sich ruhig jeder Plagiatsjäger versuchen, sagte die Ingenieurmathematikerin einmal der „Zeit“. Das Thema ihrer Dissertation zeugt aber davon, dass ein gehöriges naturwissenschaftliches Talent in Johanna Wanka steckt. Die Professorin und Bundesministerin für Bildung und Forschung besuchte das Talent-Kolleg-Ruhr an der Hermann-Löns-Straße in Herne-Mitte. Dort traf sich die Christdemokratin mit allen Betroffenen zum Austausch: Schüler, Lehrer und Hochschuldozenten.

Austausch mit Betroffenen

Zwei schwere Limousinen mit Bonner Nummernschild parkten am Freitagnachmittag auf dem Schulhof – und ein Polizeiauto. Um die Bundesministerin wurde kein großes Brimborium gemacht, was die Sicherheit angeht.

Wanka ist zurzeit auf Bildungstour im umgekehrten Sinne. Sie will wissen, wie man Schüler aus nicht-akademischen Kreisen besser fördern kann, wie man sie auf die Hochschule lotst. Und hier ist das Talentkolleg der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bocholt mit seinen Talentscouts sozusagen die erste Adresse.

Hilfe in strukturschwacher Region

„Für uns gehört die offensive Talentförderung in unserer durch Strukturschwäche geprägten Region neben Lehre, Forschung und Studium zu den zentralen Aufgaben der Hochschule“, erklärte Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule.

2011 startete das Talentscouting an der Hochschule in Gelsenkirchen. Inzwischen ist das Programm auf 16 Hochschulen und 170 Schulen in NRW ausgeweitet worden, 60 Talentscouts bilden das Bindeglied zwischen Hoch- und weiterführenden Schulen. Rund 400 Schüler in und um das Talentkolleg an der Herman-Löns-Straße kamen in den Genuss des Förderprogramms. Unter ihnen ist Lara Erbel. Die 18-Jährige baut gerade ihr Abi an der Mont-Cenis-Gesamtschule in Sodingen und ist froh, dass ihr bei der Suche nach einem geeigneten Studium geholfen wird: „Ich wollte eigentlich Psychologie studieren, doch mein Numerus clausus reicht nicht aus. Da hat mir mein Talentscout geraten, doch Soziale Arbeit zu studieren, etwas mit praktischen Inhalten, und das gefällt mir gut.“ Lara Erbel konnte sich bereits an der Ruhr-Uni Bochum davon ein Bild machen, wie ihr zukünftiger Studiengang funktioniert.

Die Bundesministerin machte sich nach eineinhalb Stunden auf die Suche nach weiteren Talenten im Lande wieder mit ihrer schweren Limousine von dannen.

Wie man Kontakt- und Steuerprobleme mit potentialtheoretischen Mitteln löst – das hat sie allerdings niemand gefragt. Und ihr Fahrer, der weiß das selbstverständlich sowieso.

Netzwerk für weniger privilegierte Jugendliche

Das Talent-Kolleg Ruhr in Herne ist eng verzahnt mit dem Talentscouting. Die bundesweit einmalige Kollegstruktur ermöglicht gezielte Orientierung, Qualifizierung und Motivation von Jugendlichen aus weniger privilegierten Verhältnissen hinsichtlich des Berufsstarts.

Das Talentkolleg Ruhr ist ein gemeinsames Projekt der Mercator-Stiftung, der Universität Duisburg-Essen, der Westfälischen Hochschule und der Fachhochschule Dortmund zur Beratung von Bildungsaufsteigern

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