Umwelt

BUND kritisiert erneute Lagerung von PCB-Schutt in Herne

Bei „SITA Remediation“ sollen bald rund 350 Tonnen Bauschutt aus dem Alt-AKW Würgassen thermisch behandelt werden.

Bei „SITA Remediation“ sollen bald rund 350 Tonnen Bauschutt aus dem Alt-AKW Würgassen thermisch behandelt werden.

Foto: Klaus Hartmann

Herne.  Erneut soll laut BUND PCB-haltiger Müll aus dem Alt-AKW Würgassen nach Herne gebracht und dort behandelt werden. Vom BUND hagelt es Kritik: Teile des Abfalls würden letztlich in der Natur endgelagert. SITA-Geschäftsführer Fred Kock beschwichtig und weist auf die hohen Auflagen und Kontrollen hin.

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Der BUND kritisiert erneut die Praxis, dass radioaktiver Abfall aus dem Rückbau von Atomkraftwerken in Abfallbehandlungsanlagen gebracht wird. Konkreter Anlass: Nachdem im November 2013 rund 50 Tonnen PCB-haltiger Müll des Alt-AKW Würgassen in Herne „verbrannt“ wurden, sollen laut BUND nun 350 Tonnen dieses Abfalls wieder bei der Firma SITA an der Südstraße „thermisch behandelt“ werden. Zum Umgang mit den entstehenden Verbrennungsrückständen, dem Wasser und der Abluft gebe es keine Angaben.

Der BUND erfuhr von dem neuen Vorhaben, nachdem die abfallrechtlichen Überwachungs- und Genehmigungsbehörden vom Umweltministerium NRW per Erlass angewiesen worden waren, sowohl die Standortgemeinden als auch die Naturschutzverbände vor Verbringung radioaktiver Abfälle in Abfallverbrennungsanlagen und auf Deponien ihres Gemeindegebietes zu informieren.

Vielzahl von Auflagen und Kontrollen

Dieser Müll, vornehmlich aus dem Rückbau von Atomkraftwerken, der nach Auffassung (nicht nur) der BUND-Strahlenschützer unzulässig hohe Strahlenwerte aufweisen kann, werde beim Verlassen des atomrechtlichen Kontrollbereiches „freigemessen“, ohne dass es einen Nachweis über den endgültigen Verbleib gebe. „Dieser freigemessene Abfall wird dann nicht rückholbar und nicht mehr identifizierbar in die Umwelt verbracht“, kritisiert Claudia Baitinger, vom Landesarbeitskreis Atom des BUND NRW.

Allerdings hatte SITA-Geschäftsführer Fred Kock im vergangenen Jahr im WAZ-Interview betont, dass der Bauschutt in keinem Zusammenhang mit Atommüll stehe. Darüber hinaus unterliege die Anlage einer Vielzahl von Auflagen und Kontrollen, sie werden rund um die Uhr online von der Bezirksregierung in Arnsberg überwacht. Seit Bestehen habe es keinen einzigen Störfall gegeben.

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