Bürgereingaben laufen bei Ausschuss ins Leere

Mit vier Anträgen setzten sich Bürger zur Wehr, die Freifläche an der Linde nicht zum Landschaftsschutzgebiet zu machen. Und im Ausschuss für Bürgereingaben am Mittwoch im Herner Rathaus reizten sie ihr Rederecht bis zur letzten Sekunde aus, doch es half nichts: Außer Piraten/AL, Linke und Grüne stimmten alle gegen den Beschlussvorschlag, den Rat zur Umkehr zu bewegen und den Sodinger Acker doch noch langfristig vor Bebauung zu schützen.

Jörg Högemeier (SPD) stellte klar: „Die SPD-Fraktion ist nicht geneigt, das ganze Verfahren noch einmal aufzurollen. Wir würden zwei Millionen Euro verbrennen, würden wir das Ganze unter Landschaftsschutz stellen“, meinte der Sozialdemokrat und gab zu bedenken: „Es soll ja hier jetzt offiziell eine Hundewiese entstehen, die darf man aber in einem Landschaftsschutzgebiet nicht einrichten.“ Zuvor hatte Planungsamtsleiter Achim Wixforth zwar deutlich gemacht, dass die Stadt zwar unter der Regie des RVR neue Wohnbauareale ausweisen müsse, Freiflächen im Außenbereich aber möglichst geschont werden sollten.

Dietmar Jäkel, der einige Straßen von der umstrittenen Fläche entfernt wohnt, hatte zuvor sein Plädoyer für die Erweiterung des Landschaftsschutzgebietes Voßnacken gehalten: „Die extrem hohe Bodenversiegelung Hernes hätte bei der Planung des Landschaftsschutzgebietes berücksichtigt werden müssen. Das ist ein erhebliches Planungsversäumnis der Stadtverwaltung“, argumentierte der ehemalige Sprecher der Herner Grünen.

Grüne Lunge zur Entspannung

Hiltrud Buddemeier vom BUND betonte: „Das ist eine der wenigen Freiflächen, die wir noch besitzen, mit einer intakten Natur, die man auf einer solchen Ackerfläche erwartet.“ Anwohner Udo Bredemeyer setzte auch auf „emotionale Faktoren“, wie er es ausdrückte: „Das ist eine grüne Lunge dort, auf der wir uns mit unseren Kindern entspannen können.“

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