Projekt

Bürger beteiligten sich an Müll-Sammelaktion in Wanne-Süd

In Wanne-Süd waren Freiwillige unterwegs und sammelten Müll. Im Bild vorn: v.l. Dagmar Spangenberg-Mades, Michael Suer, Anita Reibitz und Annette Niebecker.

In Wanne-Süd waren Freiwillige unterwegs und sammelten Müll. Im Bild vorn: v.l. Dagmar Spangenberg-Mades, Michael Suer, Anita Reibitz und Annette Niebecker.

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   30 Freiwillige beteiligten am Nikolaustag an einer Aufräumaktion in Wanne-Süd. Dabei wurden auch kuriose Dinge gefunden.

Am Nikolaustag sind am Mittwoch 39 Freiwillige, viele von ihnen mit roter Zipfelmütze auf dem Kopf, mit Säcken durch Wanne-Süd gelaufen. Doch nicht etwa, um Schokolade und Nüsse zu verteilen: Die Gruppe sammelte Müll. Im Rahmen des Stadtteil-Projekts „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“, initiiert vom Institut für Kirche und Gesellschaft, war jedermann aufgerufen, sich an der Müll-weg-Aktion beteiligen.

Das Projekt laufe seit zweieinhalb Jahren, sagte Thomas Semmelmann, zuständiger Mitarbeiter bei der Stadt Herne. Während die Freiwilligen mit weihnachtlich verschönerten Plastikbeuteln im Dezember-Wind mit Zange Abfall aufsammelten, erklärte er: „Wir schaffen hier ein wenig Sauberkeit im Ortsteil.“ Der Hintergrund sei, dass jeder etwas für Wanne-Süd beitragen könne, „egal wie klein“.

Einrichtung eines Tauschkastens ist geplant

Viele Maßnahmen seien im Rahmen des Projekts geplant oder bereits umgesetzt worden. Teilweise, so Semmelmann, hapere es an der Umsetzung. Ein Höhepunkt von „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ soll die Einrichtung eines Tauschkastens sein: Nicht nur für Bücher, wie üblich, sondern auch für Kleingeräte und Kleidung soll so neue Abnehmer finden.

Auch der Stadtumbau in Wanne-Süd, erinnert der städtische Mitarbeiter, komme bald. Da helfe das aktuelle Projekt: „Das bürgerliche Engagement und entsprechende Strukturen kann man schon jetzt aufbauen. Durch die Vernetzung des Projektes mit der Kirchengemeinde besteht der direkte Bezug zu den Menschen“.

OB Frank Dudda ist Schirmherr

Los ging es am Mittwochvormittag in der Tat vor den Türen des Gemeindehauses der evangelischen Matthäuskirche an der Zeppelinstraße. Morgens konnten sich die Teilnehmer bei einem Frühstück einstimmen, auch Oberbürgermeister Frank Dudda schaute vorbei; er übernahm die Schirmherrschaft. Vertreter von Parteien beteiligten sich ebenso, so etwa die Piraten, auch Ehrenamtliche des Zeppelinzentrums waren Teil der „Putzkolonne“.

Dagmar Spangenberg-Mades, die Leiterin des Arbeitslosenzentrums, stellte Räume für das Projekt zur Verfügung. „Das Quartier, in dem man lebt und arbeitet, sollte doch in Schuss sein“, sagt sie. Die Zeppelin-Gruppe bahnte sich ihren Weg zum Technischen Rathaus; dort liege besonders viel Müll herum, hieß es. Die Stimmung war gut: Fröhlich witzeln die Teilnehmer herum, machten einander auf Zigarettenstummel und Bierdeckel aufmerksam.

Am Ende kamen 20 gut gefüllte Müllsäcke zusammen

Wolfgang Gottmeier (68) hat schon einmal Müll gesammelt – und zwar auf dem Volcán Barú, dem höchsten Berg Panamas. „Man sollte Geldstrafen für die falsche Entsorgung verhängen“, sagte er. Und: „Die Prophylaxe ist auch wichtig.“ Der 68-Jährige muss es wissen: Er ist ehemaliger Zahnarzt.

Am Ende des Sammeltags zählten die Teilnehmer über 20 gut gefüllte große Säcke. Außerdem tauchten, besonders im Umkreis des Technischen Rathauses, ungewöhnliche Dinge auf, wie etwa zwei demolierte Einkaufswagen und Autoreifen. Überwiegend seien jedoch Papier, Flaschen, Dosen und Glassplitter gefunden worden, bilanzierten die Organisatoren.

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