Naturschutz

Bürger ärgern sich über rigorose Rodung in Herne

Rodungsarbeiten am Rückhaltebecken am Hüller Bach

Rodungsarbeiten am Rückhaltebecken am Hüller Bach

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Die Emschergenossenschaft schnitt Bäume und Sträucher am Hochwasserschutzbecken des Hüller Baches in Röhlinghausen bis auf den Boden zurück.

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Große Aufregung bei Bürgern in Röhlinghausen: Im Bereich des Hüller Bachs führt die Emschergenossenschaft Rodungsarbeiten an ihrem Hochwasserrückhaltebecken an der Hofstraße durch und schneidet dort alle Bäume und Sträucher bis auf Bodenhöhe zurück. Wo die Anwohner Naturfrevel wittern, sehen die von der WAZ angesprochenen Behörden eine unerlässliche Maßnahme.

Nicht die Stadt Herne sei zuständig, macht Pressesprecher Horst Martens deutlich. Und Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft, erklärt, dass diese von der Bezirksregierung Arnsberg angewiesen wurde und sein Verband nur ausführende Kraft sei. Nichtsdestoweniger seien die Rodungsarbeiten aber auch aus Sicht der Emschergenossenschaft notwendig, um die Standsicherheit des Norddeiches und damit den Hochwasserschutz zu gewährleisten.

Die Umweltausschussvorsitzende Barbara Merten (CDU) ist von Bürgern alarmiert worden: „Viele Anwohner riefen an und beschwerten sich über die massiven Rodungsarbeiten dort, das sei kein schöner Anblick“, sagt Barbara Merten im Gespräch mit der WAZ.

Die Umweltausschussvorsitzende ärgert sich darüber, dass die Maßnahme zwar mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Bezirksregierung, nicht aber mit dem Umweltausschuss und dem Naturschutzbeirat der Stadt Herne abgestimmt worden sei. Am 21. Januar wolle sie sich mit Vertretern der Bezirksregierung vor Ort treffen und den Sachverhalt klären. Sie erklärt aber auch: „Wenn es tatsächlich der Sicherheit des Hochwasserschutzbeckens dient, dann sind uns natürlich die Hände gebunden, zumal es auch um die Sicherheit des dahinter liegenden Tierheimes geht.“

Naturschützerin und BUND-Sprecherin Hiltrud Buddemeier, die ebenfalls angerufen wurde, meint, dass die Arbeiten zwar notwendig seien, aber: „So etwas kann man auch im Laufe der Jahre in mehreren Abschnitten durchführen. Das aber ist ein Radikalschnitt, das sieht fürchterlich aus, und die Vögel sind jetzt aller Nistplätze beraubt.“

Schonungslose Arbeiten

Richtig sei zwar, dass der Deich des Beckens von allzu kräftigen Wurzeln und hohen Bäumen frei gehalten werden müssen, damit der bei Unwettern nicht breche. Aber: Die Arbeiten seien von dem beauftragten Unternehmen viel zu schonungslos und nicht fachmännisch durchgeführt worden

Die Natur-Expertin weiß aber auch: „Die Sträucher sind lediglich auf den Stock gesetzt worden, sie treiben im Frühjahr sicherlich wieder aus.“

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