Kundgebungen

Bündnis Herne stellt sich erneut gegen „besorgte Bürger“

Das Bündnis Herne ruft wieder zum Protest gegen die „besorgten Bürger“ auf. Diesmal gibt es auf dem Robert-Brauner-Platz musikalische Unterstützung von der Ruhrgebiets-Formation „Schwarz-Rot Atemgold 09“.

Das Bündnis Herne ruft wieder zum Protest gegen die „besorgten Bürger“ auf. Diesmal gibt es auf dem Robert-Brauner-Platz musikalische Unterstützung von der Ruhrgebiets-Formation „Schwarz-Rot Atemgold 09“.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Herne.  „Besorgte Bürger“ wollen am Dienstag wieder in Herne marschieren. Das Bündnis Herne ruft erneut zum Gegenprotest auf. Das ist konkret geplant.

Zum sechsten Mal wollen sich am Dienstag sogenannte „besorgte Bürger“ in Herne treffen und demonstrieren. Parallel dazu protestiert das Bündnis Herne erneut gegen das „Aufmarschieren rechtsextremer Gruppierungen“ und kündigt eine besondere musikalische Unterstützung an.

Um 18 Uhr soll die Demonstration der „besorgten Bürger“ in Herne-Mitte starten. Wo genau, will die Polizei aus Datenschutzgründen nicht sagen. Zuletzt war der Netto-Markt an der Von-der-Heydt-Straße der Treffpunkt. Rund 90 „besorgte Bürger“ zogen von dort durch Herne-Mitte - räumlich getrennt von der zahlenmäßig deutlich stärkeren Gegendemonstration.

Neonazi, Hitlergruß, „Steeler Jungs“

Mit ihren „Spaziergängen“ wollen die „besorgten Bürger“ nach eigenen Angaben vor allem gegen die Flüchtlingspolitik protestieren. Ihnen gehe es insbesondere um junge Geflüchtete, erklärte der Mitorganisator der Demonstration (Name der Redaktion bekannt) gegenüber der WAZ. „Sie benehmen sich wie die Axt im Wald und haben keinen Respekt vor unseren Gesetzen“, so der Herner.

Stichwort Gesetzestreue: Unter den Teilnehmern der „Spaziergänge“ waren in den vergangenen Wochen auch bekennende Neonazis wie der vorbestrafte Dortmunder Siegfried Borchardt („SS-Siggi“). Beim letzten Aufmarsch rief ein Teilnehmer nach Angaben der Polizei den verbotenen „Hitlergruß“ („Heil Hitler“) und erhielt dafür eine Anzeige. In der Woche davor trug ein „besorgter Bürger“ ein in der rechtsextremen Szene populäres T-Shirt mit der Aufschrift „HKNKRZ“.

Auch die „Steeler Jungs“ haben bereits an den Herner „Spaziergängen“ teilgenommen - eine Art Bürgerwehr aus Essen, die im NRW-Verfassungsschutzbericht 2018 im Kapitel „Rechtsextremismus“ Erwähnung findet und deren Mitstreiter laut NRW-Innenministerium „aus dem Rocker- und Hooliganmilieu“ kommen.

„Atemgold 09“ unterstützt den Gegenprotest

Die Gegendemonstranten fahren am Dienstag wieder zweigleisig. An der Kreuzkirche findet diesmal bereits ab 17.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst statt; anschließend wollen die Teilnehmer gemeinsam zum Robert-Brauner-Platz laufen. Dort soll ab 17.45 Uhr ein „friedliches, fröhliches Treffen“ beginnen, so das von zahlreichen Mitgliedern Herner Institutionen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Gruppen getragene Bündnis.

Musikalisch unterstützt werden die Gegendemonstranten von der Band „Schwarz-Rot Atemgold 09“. Die Formation aus dem Ruhrgebiet setze sich für eine „vielfältige, offene, geschlechtergerechte, bunte Gesellschaft“ ein, erklärt das Bündnis Herne. Ihren eigenen Stil beschreibt Atemgold 09 mit „Urban Skaworldjazzbrass“. Und: Mit dem interkulturellen Verein „Gemeinsam für Herne“ will das Bündnis auf dem Brauner-Platz das islamische Aschura-Fest feiern - mit entsprechenden Speisen und Informationen.

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