Comedy

Botschaft lautet: Lieber chillen als gewalttätig werden

Der Comedy Rebell Khalid Bounoua im Mulvany-Berufskolleg.

Foto: Jürgen Theobald

Der Comedy Rebell Khalid Bounoua im Mulvany-Berufskolleg. Foto: Jürgen Theobald

Herne.   Der Comedian und Fernseh-Moderator Khalid Bounouar begeisterte Schüler mit ausländischen Wurzeln am Herner Mulvany-Berufskolleg.

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In den Gängen des Mulvany-Berufskollegs haben sich am Dienstag vor einem der Räume lange Schlangen gebildet. Neben den 140 Schülern, die bereits auf den Stühlen Platz genommen haben, versuchen einige, sich nachträglich auf die Liste zu setzen. Das aufgrund des großen Andrangs ins Schwitzen kommende Kollegium hatte für 13 Uhr einen besonders beliebten Gast eingeladen. Khalid Bounouar ist Comedian und Moderator und besonders durch seine Auftritte mit der Comedyshow „Rebell Comedy“ bekannt.

Die erfolgreiche Stand-Up Comedy-Show wird vom WDR unterstützt und ausgestrahlt und besitzt einen eigenen YouTube Kanal, der viele junge Zuschauer anziehen dürfte. Am Dienstag waren es hauptsächlich Schüler mit ausländischen Wurzeln. Die Interessenlage habe auch zum Thema am Dienstag gepasst, erläutert Julia Hüsing. Dieses sei die nachweislich steigende Gewaltrate unter Jugendlichen gewesen, insbesondere solchen mit Migrationshintergrund. Durch Khalid Bounouar sei das Thema einmal von jemandem angesprochen worden, der den Schülern auf gleicher Ebene begegne. Das gebe ihnen einen ganz neuen Denkanstoß, anders als die Ansprache eines Polizisten oder Psychologen, so Hüsing.

Scherze über marokkanisches Mückenspray

Der 27-Jährige sammelt tatsächlich sämtliche Sympathiepunkte, erntet schallendes Gelächter, überall in den Reihen werden Handys gezückt und seine Witze festgehalten. Im Jugend-Slang spricht er mit den Schülern über Herkunftsländer, marokkanisches Mückenspray und Kontrolleure in der Bahn. Der angehende Lehrer, der sich selbst als „Kanacke“ bezeichnet, lässt sich seine Scherze selten nehmen. Als einer der Schüler aber äußert, er verletze doch seinen Stolz, gehe er einer Konfrontation aus dem Weg, anstatt sich zu prügeln, wird auch Khalid ernster. Er begegne sogenannten „Hatern“ gerne mit Humor oder Ignoranz. Es gebe viel wichtigere Dinge, denen man seine Kraft widmen könne, Hobbys beispielsweise. „Früher habe ich anderen mit meinen Cousins gedroht, heute gehe ich einfach einen Döner essen und chille.“

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