Schließung

Bistro am Wananas schließt Ende Oktober seine Pforten

Gemütlich eingerichtet, aber zu oft leer: Das Bistro am Wananas macht Ende Oktober dicht.Manch’ ein Anwohner ist nun enttäuscht. Foto:Bädergesellschaft

Gemütlich eingerichtet, aber zu oft leer: Das Bistro am Wananas macht Ende Oktober dicht.Manch’ ein Anwohner ist nun enttäuscht. Foto:Bädergesellschaft

Herne.   Das Bistro am Wananas in Wanne-Eickel schließt seine Pforten, für die Mitarbeiter wird ein anderer Job gesucht. Das ist der Grund für das Aus.

Ein kleines Frühstück, einen gemischten Salat oder eine Wananaswurst – all das gibt es im kleinen Bistro am Wananas. Allerdings nicht mehr lange. Die kleine Gastronomie schließt Ende Oktober für immer ihre Türen. Der Grund: zu wenige Einnahmen.

„Wir haben wirklich versucht, das Bistro zu erhalten“, sagt Lothar Przybyl, Chef der Herner Bädergesellschaft, die das benachbarte Wananas, aber auch das Bistro betreibt, auf Anfrage der WAZ. Man habe zum Beispiel das Angebot um einen Catering-Service erweitert und Eltern, deren Kinder gerade Kurse im Wananas besuchen, gezielt auf das Bistro hingewiesen. „Es war sehr viel Engagement der Mitarbeiter da, die haben teilweise nachts die Speisen noch vorbereitet. Leider führte das aber nicht zum erhofften Erfolg“, berichtet er.

Ernüchternde Bilanz

Seit der Eröffnung des neuen Wananas vor zwei Jahren habe es eine Diskussion um die Wirtschaftlichkeit des Bistros gegeben, das einen Steinwurf vom Schwimmbad entfernt liegt. „Wir wollten es dennoch erst einmal noch weiter versuchen“, sagt Przybyl. Doch die Befürchtungen hätten sich bestätigt: 300 000 Euro Defizit pro Jahr – das sei die ernüchternde Bilanz der Restauration.

Die Bädergesellschaft habe daraufhin zunächst versucht, das Bistro in andere Hände abzugeben. Vergeblich: „Sowohl die Wewole-Stiftung als auch die Beschäftigungsgesellschaft und private Gastronomen haben abgelehnt.“ Grund: „Die Zahlen sprechen einfach für sich.“ Zudem entstehe gerade fußläufig an der Dorstener Straße ein neues Seniorenzentrum mit einem offenen Caféhaus.

Schluss ist am Mittwoch, 31. Oktober

Die Entscheidung für die Schließung sei innerhalb der Bädergesellschaft lange diskutiert worden – und nicht nur dort. Die Diskussion sei auch politisch und mit dem Betriebsrat im Aufsichtsrat geführt und einstimmig entschieden worden. So stehe jetzt fest: Am Mittwoch, 31. Oktober, werden Am Freibad 30 die letzten Burger, Salate und Flammkuchen verkauft.

Für manchen Gast ist das eine enttäuschende Nachricht. „Wir Bürger des Stadtteils Crange verlieren eine beliebte Gastronomie und Begegnungsstätte“, sagt etwa Jochen Michael Berger aus Crange. Seiner Meinung nach sei der „Geheimtipp“ von der Stadt schlecht vermarktet worden.

Es war auch während der Bauzeit, als das neue Wananas errichtet wurde, geöffnet: das Bistro am Wananas. Foto: Bädergesellschaft Nicht leer stehen

Das will Przybyl nicht gelten lassen. „Wir können verstehen, dass es für einige Bürger, besonders für die Stammkunden, eine traurige Nachricht ist“, weiß er. „Leider reichen die aber nicht aus, um das Bistro weiter zu betreiben.“ Derzeit versuche der Betreiber, das Aus für alle Beteiligten so sozial verträglich wie möglich zu gestalten: „Wir bemühen uns, alle Mitarbeiter entweder im Bistro im Wananas selbst oder in anderen Institutionen in der Stadt unterzubringen.“

Auch sollen die Räume des Bistros nicht einfach leerstehen: „Wir werden uns weiterhin um die Räume kümmern. Dort könnten zum Beispiel Seminare stattfinden.“ Auch eine begrenzte Vermietung etwa für eine Kommunion oder Fortbildungen sei denkbar. „Auch die Vereine, die im Gebäude ihre Räume haben, könnten die Räumlichkeiten in Zukunft nutzen“, so der Chef der Bädergesellschaft.


>> WEITERE INFORMATIONEN: Das Bistro

Ein Großbrand hat das Freizeitbad Wananas im November 2011 vollständig zerstört. Das angrenzende „Bistro am Wananas“ wurde jedoch im ehemaligen Umkleidegebäude während des Bad-Neubaus weiter betrieben.

Zunächst war noch unklar, was mit dem Bistro nach der Neueröffnung des Wananas Ende 2016 passiert. Die Bädergesellschaft als Betreiber hat die Gaststätte aber erst einmal weiter erhalten.

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