Konzert

Bilderbuch kommt in Bonn als Kinderkonzert auf die Bühne

Brigitte Werners Bilderbuch „Wum und Bum und die Damen Ding Dong“

Brigitte Werners Bilderbuch „Wum und Bum und die Damen Ding Dong“

herne.   Brigitte Werners „Wum und Bum und die Damen Ding Dong“ wird im Opernhaus Bonn als Musikstück uraufgeführt. Gordon Kampe hat es komponiert.

Es ist noch nicht lange her, da kannte die Schriftstellerin Brigitte Werner den Komponisten Gordon Kampe nicht und umgekehrt, und das, obwohl beide aus Herne stammen. Ein Bilderbuch hat sie zusammengeführt. „Wum und Bum und die Damen Ding Dong“ heißt es, und es erzählt von einer nervigen, weil lauten Nachbarschaft in einem Mietshaus. Brigitte Werner hat es 2010 geschrieben, Gordon Kampe hat daraus jetzt ein Musikstück gemacht. Am 25. März ist Uraufführung am Opernhaus Bonn.

Vier verrückte Typen in einem Haus

Vier Typen mit ihren Schrullen müssen miteinander klarkommen, auch wenn der eine laut mit Maschinen arbeitet und die andere den ganzen Tag singt und musiziert ... Ein Buch für Kinder ab drei Jahren, in dem schon von Haus aus viel Musik steckt. „Es muss Musiker reizen, das zu vertonen“, kann sich Brigitte Werner gut vorstellen, die zwar Musik liebt, wie sie sagt, aber nicht komponiert. „Ich bin sehr neugierig und freue mich darauf.“ Ein freies Kindertheater hat „Wum und Bum“ bereits inszeniert, und auch von ihrem „Zauberer Kotzmotz“ gibt es inzwischen vier Bühnenversionen.

Unabhängig von Brigitte Werner wurde Gordon Kampe vom Beethoven Orchester Bonn angesprochen. „Ich habe schon gelegentlich Stücke für Kinder geschrieben“, sagt Kampe. Seine Kinderoper „Kannst du pfeifen, Johanna?“ ist allein sechs Mal inszeniert worden, u.a. an der Staatsoper München. „Das spricht sich herum.“ Aus einem in zehn Minuten zu lesenden Text wie „Wum und Bum“ ein einstündiges Stück zu entwickeln, sei die Kunst des Komponisten, der schauen müsse, an welchen Stellen die eigene Phantasie ansetze. „Manchmal verlangen Wörter oder Aufzählungen einfach danach, länger zu werden“, sagt Kampe.

Jede Figur bekommt eigene Musik

„Ich trage das Buch schon lange mit mir herum“, sagt Eva Eschweiler; Konzertpädagogin des Beethoven Orchesters, zur Entstehung des Musikprojekts. Das Buch sei geradezu dafür gemacht. Man habe dann Gordon Kampe, der als Komponist einen Namen habe, gefragt und gewonnen. Jede Figur bekomme eigene Orchesterparts, Lieder und Geräusche, verrät die Musikvermittlerin des Orchesterablegers „B.jung“. Die Schauspielerin Sunnyi Melles wurde als Erzählerin engagiert. Sie sei als „Stimmkünstlerin“ bekannt, die durch Sprache Stimmungen zu erzeugen vermöge. Für Kinder „hochwertige Musik“ zu produzieren, die eigens für sie geschrieben werde, sei Anspruch des Orchesters, so Eva Eschweiler.

Nachdem Gordon Kampe die Komposition bereits abgeliefert hat, beginnen die Proben unter der leitung von Dirk Kaftan für das „Familienkonzert“ erst kurz vor der Uraufführung, ist zu erfahren. Kampe wird einer oder zwei beiwohnen. Er lebt zur Zeit halb in Hamburg, wo er eine Professur an der Musikhochschule übernommen hat, und halb in Rom als Stipendiat der Villa Massimo.

Zur Uraufführung reist er natürlich nach Bonn, ebenso wie Brigitte Werner, die sogar darüber nachdenkt, einen Bus zu chartern - für alle Freunde, die unbedingt dabei sein wollen.

>>> ZUR PERSON

Brigitte Werner ist 1948 in Herne geboren und lebt momentan in Gelsenkirchen. Sie schreibt vor allem Kinder- und Jugendbücher. Nach dem erfolgreichen Band „Zufälle“ erscheint im Frühjahr mit „Seitenblicke“ eine weitere Sammlung mit Alltagsbeobachtungen für Erwachsene.

Gordon Kampe, Jahrgang 1976, komponiert seit über 20 Jahren und hat mehrfach Preise gewonnen. Er hat Komposition und Musikwissenschaften studiert und 2008 über Märchenopern im 20. Jahrhundert promoviert. Bis 2017 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Folkwang-Uni Essen.

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