Veranstaltung

Besucher beim Kanalfest in Wanne feierten die Demokratie

Beim Kanalfest absolviert Nico (10) den Ninja-Action-Parcours. Das Motto neben der Künstlerzeche lautete „Demokratie leben in Wanne“.

Beim Kanalfest absolviert Nico (10) den Ninja-Action-Parcours. Das Motto neben der Künstlerzeche lautete „Demokratie leben in Wanne“.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Bereits zum 14. Mal lud das Förderwerk Bickern/Unser Fritz Vereine, Verbände und Initiativen in Wanne zum gemeinsamen Kanalfest.

Wie auf einem kleinen Jahrmarkt geht es am Samstag am Rhein-Herne-Kanal zu. So läuft man dem einen oder anderen geschminkten Spider-Man über den Weg oder feuert waghalsige Akrobaten im kleinen Kletterpark an, die sich von Seil zu Seil schwingen, stets auf der Jagd nach Bestzeiten. Zahlreiche Vereine, Verbände und Initiativen feiern gemeinsam mit den Besuchern unter dem Motto „Demokratie leben in Wanne“ das 14. Kanalfest.

„Rundum zufrieden“, zeigt sich der erste Vorsitzende des Förderwerk Bickern/Unser Fritz, Thomas Schäfer. Nach seinen Angaben hätten über den Tag verteilt etwa 2500 Gäste am Kanalfest teilgenommen, wobei besonders die vielen Kinder positiv auffielen, so Schäfer.

Entstanden aus dem Bundesförderprogramm „Demokratie leben“, sei das Kanalfest mittlerweile das Flaggschiff des Programms, wobei es jedoch wichtig sei, dass dieses nicht kommerzialisiert werde und die Gewinne lediglich die Unkosten decken, bzw. direkt in die jeweiligen Vereinskassen gingen, so Schäfer weiter. In einem Dreieck aufgebaut, reihen sich die rund 50 Stände dicht an dicht, wobei für wirklich jeden etwas dabei ist: ob nun Politik interessiert oder doch eher auf der Suche nach liebenswertem Nippes.

Wer alles sehen will, ist schon nach einigen Ständen mit zahlreichen Flyern, bunten Ballons oder der obligatorischen Bratwurst vom Grill eingedeckt. An der Spitze, direkt am Wasser gelegen, hat die Hobbyimkerei von Helmuth Kessen ihren Stand, wo es sich kurz von dem Gewusel auf dem Festplatz durchschnaufen lässt. Weit über den Kanal hinaus sind auch hier die Gitarren der Gebrüder von „Los Gerlachos“ zu hören. Die Band scherzt mit dem Publikum und heizt diesem ordentlich ein. Da hüpft so manch betagte Dame vor der Bühne auf und ab, so gut es eben die Hüfte noch hergibt. Lieder, die jeder kennt und noch lieber mitsingt, erfreuen nicht bloß die Kenner ihres Genres.

„Wir als Förderwerk organisieren das ganze Fest und laden die einzelnen Vereine oder andere Gruppen ein, wobei sich aber jeder frei bewerben kann“, erklärt Thomas Schäfer. Die einzige Bedingung sei, dass der Verein gemeinnützig sein muss. Auf dem Kanalfest sehe man sehr schön den multikulturellen Alltag in Wanne. „Es wäre undenkbar, wenn dies anders wäre. An den letzten Wahlergebnissen sieht man jedoch auch, dass auch wir Probleme mit rechten Parteien haben“, fasst Thomas Schäfer zusammen. Am Ende schweben Ballons in der Ferne und tragen die Botschaft von gelebter Demokratie noch über die Stadtgrenzen hinaus.

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