Ostereier

Besuch bei den glücklichen Hühnern auf Hof Große-Lahr

Landwirt Max Große-Lahr (39) bei der Fütterung der Hühner. 80 Tiere leben auf dem Bauernhof an der Sodinger Straße und legen fast jeden Tag ein Ei.

Landwirt Max Große-Lahr (39) bei der Fütterung der Hühner. 80 Tiere leben auf dem Bauernhof an der Sodinger Straße und legen fast jeden Tag ein Ei.

Foto: Svenja Hanusch

Herne.   Auf dem Hof Große-Lahr gibt es echte Herner Ostereier. 80 Legehennen sorgen dort für regelmäßigen Nachschub - auch für den Frischeautomaten.

Ursprünglich stammte das Lied aus dem UFA-Film „Glückskinder“ aus dem Jahr 1936, die Comedian Harmonists machten es zum Hit: „Ich wollt’, ich wär ein Huhn.“ „Ich hätt’ nicht viel zu tun, ich legte vormittags ein Ei und abends wär’ ich frei“, geht es im Text weiter. Was die Anzahl der gelegten Eier angeht, liegt das Lied gar nicht schlecht. Das Statistische Bundesamt hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass eine Legehenne im Durchschnitt 298 Eier im vergangenen Jahr gelegt hat. Das mit der Freiheit ist dann eine andere Sache...

...bei Große-Lahr sind die Hühner allerdings noch frei. Auf dem Bauernhof an der Sodinger Straße genießen die 80 Tiere reichlich Auslauf und haben auf ihren Stellplätzen deutlich mehr Bewegungsfreiheit als auf dem berühmten DIN-A-Blatt, mit dem ein Tier in der Massenhuhnhaltung auskommen muss. „Bei Auslauf und Stellplatz erfüllen wir Bio-Standard“, sagt Landwirt Max Große-Lahr im Gespräch mit der WAZ-Redaktion.

Vor fünf Jahren hat der 39-Jährige mit der Eierproduktion begonnen. Einerseits weil er als Kind mit Hühnern aufgewachsen sei, andererseits, um die Produktpalette, die er beim Hofverkauf anbietet, zu erweitern. Im Frühjahr und Sommer sind Spargel und Erdbeeren die zentralen Produkte, im Herbst Kürbisse. Begonnen habe er mit 40 Legehennen, da die Nachfrage von Beginn an sehr gut gewesen sei, hat Große-Lahr die Anzahl der Tiere im Laufe der Zeit verdoppelt.

Frischeautomat erweitert Angebot

Auch wenn die Haltungsbedingungen „bio“ seien: Auf eine Zertifizierung verzichtet Große-Lahr, weil sie im Verhältnis zur Zahl der Tiere zu aufwändig sei. Auch das Futter sei konventionell. Bio-Futter sei doppelt so teuer, was den Preis für die Kunden deutlich nach oben treiben würde.

Apropos „ich legte vormittags ein Ei und abends wär’ ich frei“: Seine 80 Hühner allein könnten die Nachfrage der Kunden nicht bedienen. Deshalb liefert das Gut Eickenscheidt aus Waltrop Eier zu - die auch aus Boden- und Freilandhaltung kommen.

Bei so viel Natürlichkeit ist es erstmal ungewöhnlich, dass Max Große-Lahr im vergangenen Jahr einen Frischeautomaten in Betrieb genommen hat. Doch für ihn ist das alles andere als ein Widerspruch. Genau wie im Hofladen sei auch im Automaten die Frische stets gewährleistet. Einerseits weil er die Produkte - neben Eiern auch Spargel oder Äpfel - in den Fächern bei einer konstanten Temperatur halte, andererseits, weil der Durchlauf recht hoch sei. Zwei Impulse habe es für Anschaffung gegeben. Einerseits hätten Stammkunden seine Eltern im Winter - wenn der Hofladen geschlossen ist - aus dem Haus geklopft, weil sie frische Eier haben wollten, andererseits könne er die Kunden nun auch außerhalb der Öffnungszeiten bedienen. Und wie zum Beweis fährt beim Besuch der WAZ ein älteres Ehepaar aus Gelsenkirchen vor...

Spargel, Erdbeeren - und mehr

Hof Große-Lahr, Castroper Straße 216, Zufahrt zum Hofverkauf von der Sodinger Straße. Öffnungszeiten und weitere Infos auf www.facebook.com/HofGrosseLahr.

Hauptprodukt zurzeit ist Spargel. Der kommt vom Hof Brauckmann-Berger aus Datteln. Später kommen Erdbeeren hinzu. Weitere Produkte: Kartoffeln, Eier, Honig aus Herne, Äpfel oder Wein.

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