Kultur

Berliner Kunstkollektiv zeigt in Herne neuesten Streich

Tom Urban zeigte den Film „Blaues Licht“ in der VHS.

Tom Urban zeigte den Film „Blaues Licht“ in der VHS.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Das Berliner Kunstkollektiv zeigt mit dem Film „Blaues Licht“ seinen neuesten Streich in der Herner VHS. Was dabei Schwindel ist, bleibt unklar.

Wer hinter dem Berliner Künstlerkollektiv „Rocco und seine Brüder“ steckt, ist ebenso eine Verschlusssache, wie die Bedeutung ihrer Kunst selbst. Fakt jedoch ist, dass der Gruppe mit den verschleierten Gesichtern die Spraydose als alleiniges Sprachrohr nicht mehr gereicht hat und kurzum ein möbliertes Schlafzimmer im Berliner Untergrund aufgestellt wurde.

Interpretation schwierig

Es ist an der Gesellschaft, diese Aktion zu deuten, in ihrer Sinnhaftigkeit zu erkennen oder schlichtweg als Lausbubenstreich abzutun. Das heißt, abseits von Szenekennern sind es die (neuen) Medien, die sich scheinbar vor den Karren spannen lassen, um das Tun von „Rocco und seinen Brüdern“ zu verbreiten. Gleichwohl eine Win-win-Situation, die inzwischen in Herne angekommen ist, zu Teilen im Alten Wartesaal im Rahmen der Ausstellung „FRI/ VOL. 2“ gezeigt wird und am Dienstag im VHS.

„Blaues Licht“ heißt der neueste Streich von Rocco und seinen Brüdern, die noch einmal eine Schippe drauf legen, all die Mehrdeutigkeiten und möglichen Deutungsansätze ihrer Kunst auf eine weitere mediale Ebene heben und dabei selbst auf jegliche Deutungshoheit verzichten.

Sind die Geschehnisse einem Drehbuch entsprungen? Lesen die Protagonisten ihren Text bloß ab, oder haben sie sich tatsächlich von Unbekannten an der Nase herumführen lasen?

Theater-Film-Crossover über Graffiti

Im Kern des Ganzen steht ein Theater-Film-Crossover über Graffiti, das in den Katakomben der Berliner Verkehrsbetriebe aufgeführt wurde, welches wiederum von der vermeintlichen Regisseurin Sophie Sonntag für einen Werbefilm im Auftrag der BVG zusammengeschnitten werden sollte. Das Rotzfrech Cinema aus Jena hat sich dem Film angenommen und zeigt ihn bundesweit, wobei auch die Veranstalter nicht sagen können oder wollen, was dabei Schwindel ist und was real.

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