Umwelt

Ausschuss sieht Auen-Idee für Resser Wäldchen skeptisch

Rechts das Resser Wäldchen, links die Zentraldeponie Emscherbruch, mittendrin die Emscher: Konkrete Ideen für eine Umgestaltung des Wäldchens nach dem Umbau der Emscher gebe es zurzeit nicht, erfuhr der Herner Umweltausschuss.

Foto: Rainer Raffalski

Rechts das Resser Wäldchen, links die Zentraldeponie Emscherbruch, mittendrin die Emscher: Konkrete Ideen für eine Umgestaltung des Wäldchens nach dem Umbau der Emscher gebe es zurzeit nicht, erfuhr der Herner Umweltausschuss. Foto: Rainer Raffalski

Wanne-Eickel/ Herne.   Es gebe keine konkrete Idee für eine Umgestaltung des Resser Wäldchens, erfuhr der Umweltausschuss. Von einer Auenlandschaft hielt er nicht viel.

Im tiefen Westen der Stadt nichts Neues: Anders als vom Umweltausschuss offensichtlich angenommen, gibt es bisher keinerlei neue Pläne für die Zukunft des Resser Wäldchens, wenn die Umgestaltung der Emscher abgeschlossen ist. Und schon gar nicht ständen in den nächsten Wochen irgendwelche Entscheidungen dazu an. Das machte Reinhard Ketteler von der Emschergenossenschaft (EG) bei der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses deutlich.

Die EG habe sich bislang hauptsächlich auf den Umbau des Abwasserkanals konzentriert; bei der Umsetzung der ökologischen Umgestaltung seien von den insgesamt 16 Projekten erst drei Projekte in Arbeit. Er gehe auch davon aus, dass das Resser Wäldchen nicht zu den als nächstes anstehenden Projekten gehöre, sondern eher zu den „späteren“.

Deiche schleifen und verlegen

Im Bereich des Resser Wäldchens und des benachbarten Dannekamps geben es einige „topografische und naturräumliche Besonderheiten“, erklärte Ketteler: So steige das Gelände Richtung Westen kontinuierlich an. Dort befänden sich deshalb mit 18 Metern auch die höchsten Deiche entlang der Emscher. Hinzu kämen noch die Rohre für die Entwässerung des Dannekamps. Die EG hatte einmal für das Resser Wäldchen Pläne entwickelt, dort eine künstliche Auenlandschaft anzulegen, die vorhandenen Deiche zu „schleifen“ und weiter Richtung B 226 zu verlegen. Vorhandene Geh- und Radwege müssten dann aufgegeben und eventuell ebenfalls verlegt werden. Das Ganze könne man auch auf ein kleineres Gebiet beschränken, so Ketteler. Ein neuer Deich sei dann aber auch nötig. Sowohl die eine als auch die andere Lösung erfordere einen hohen Aufwand, verbunden mit entsprechend hohen Kosten.

Eventuell Anmeldung als Welterbe-Projekt

Hinzu kommen: Es gibt Pläne, den Emscherumbau bei der Unesco als Welterbe-Projekt anzumelden. Der Abschnitt eigne sich, so Ketteler, besonders dafür zu demonstrieren, wie es früher einmal entlang der Emscher ausgesehen habe. Dies bedeute jedoch, erklärte Ketteler auf Nachfrage von Sabine van der Beck (Grüne), dass der Gestaltungsspielraum erheblich eingeschränkt sei, wenngleich Weiterentwicklung auch bei einem Welterbe-Projekt nicht grundsätzlich ausgeschlossen seien. „Das ist anders als bei Welterbe-Gebäuden“, erklärte er.

Hiltrud Buddemeier, Herner BUND-Vorsitzende, betonte, sie würde es nicht begrüßen, im Resser Wäldchen bestehende Strukturen stark zu verändern. „Als Botanikerin würde mich das sehr schmerzen“, sagte sie. Auch die Emschergenossenschaft sei sich noch gar nicht so sicher, was dort geschehen solle, so Ketteler. Er nehme aus der Sitzung als Botschaft mit, dass die Herner einen starken Eingriff nicht unbedingt befürworten würden.

>> DATEN ZUM RESSER WÄLDCHEN

Das Naturschutzgebiet Resser Wäldchen ist insgesamt 31,5 Hektar groß und erstreckt sich sowohl über Herner als auch Gelsenkirchener Stadtgebiet.

Auf Herner Gebiet ist das Resser Wäldchen 28,5 Hektar groß, auf Gelsenkirchener Gebiet sind es drei Hektar.

Rechtlich handelt es sich um zwei Gebiete, die getrennt verwaltet werden.


Das Resser Wäldchen ist nahezu vollständig mit Laubwald bestanden, teilweise mit Stieleichen-Altbeständen. Etwa in der Mitte des Gebiets befinden sich zwei Teiche. Quelle: Wikipedia

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