Versteigerung

Auktion von Fundsachen in Herne wird zur Schnäppchenjagd

Ein Rucksack mit Star Wars-Artikeln gehörte zu den Fundsachen, die Leiter Dennis Trompetter gemeinsam mit Marion Kaupenjohann (Ordnungsamt) versteigerte.

Ein Rucksack mit Star Wars-Artikeln gehörte zu den Fundsachen, die Leiter Dennis Trompetter gemeinsam mit Marion Kaupenjohann (Ordnungsamt) versteigerte.

Foto: Rainer Raffalski

Die Stadt Herne hat Fundsachen versteigert, darunter auch Wertvolles. Besucher hielten schon mal nach preiswerten Geschenken fürs Fest Ausschau.

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HerneEin älterer Herr war am diesem Morgen sichtlich froh über seinen Erfolg, konnte er doch ein Weihnachtsgeschenk für sein Enkelkind mit nach Hause nehmen. Einen modernen Tretroller hatte er bei der Auktion von Fundsachen ersteigert, zu der die Stadt Herne in den Bürgersaal der Akademie Mont Cenis eingeladen hatte. „30 Euro, ein Schnäppchen“, sagt der Senior und war nicht der einzige, der sich sehr zufrieden zeigte.

Bernd Napp, 64 Jahre alt, brauchte als Bieter nur wenige Male die Hand heben - schon waren für ein paar Euro zwei große Tüten gefüllt mit Stofftieren sein Eigen. „Die sind alle für die Kinder bei uns bestimmt, oder ich stelle die Kuscheltiere für soziale Zwecke zur Verfügung“, gab Napp zu verstehen. Eigentlich seien solche Auktionen nicht seine Sache, aber er wolle es einfach mal ausprobieren.

Der Termin hatte gerade erst angefangen, da stellte er schon fest: „Das macht Spaß“. Ähnlich erging es Familienvater Seyfi Ucar. Bei diversen Klunkern, von Ringen bis hin zu Amuletten, wetteiferte er mit mehreren Konkurrenten und packte schließlich tütenweise Geschmeide, Uhren und Brillen in seine Tasche. Er wolle die Ware nicht weiterverkaufen, sondern schon für sich behalten, an vielem hätten sicherlich Frau und Kinder Interesse. Allzuweit brauchte er den Geldbeutel zudem nicht öffnen. Ein Klarsichthülle mit vier oder fünf Schmuckstücken war durchaus für 13 Euro zu haben.

Mitunter ging es zu wie auf einem Basar

Stimmung wie auf einem Jahrmarkt kam gern schon mal auf, wenn Auktionsleiter Dennis Trompetter vom Ordnungsamt der Stadt ein „Knallerpaket“ zusammenstellte. Mitunter nämlich ließen kleine Sonnen- und Lesebrillensammlungen die Besucher völlig kalt, keiner war bereit, wenigstens einen Euro zu opfern, das Mindestangebot. Lagen aber dann zwei Tütchen auf dem Auktionstisch, die Ordnungsamtsmitarbeiterin Marion Kaupenjohann gern im Publikum umher reichte, lockerte die Doppelpacklösung ganz offensichtlich die Portemonnaies.

Bei einem jungen Mann müssen auch noch Lust und Laune auf Astronomie hinzugekommen sein, denn er hob als Bieter so oft die Hand, bis er endlich für 14 Euro das Teleskop erworben hatte, das sich unter den Fundsachen befand. Zuvor hatte er sich aber ersteinmal informiert, welchen Standard das Gerät aufweist und zeigte sich ganz überzeugt. War schon das Teleskop ratzfatz verhökert, ging es auch beim Star Wars-Rucksack mit einigen Innereien zu Darth Vader & Co. recht fix zu. Als dann die Versteigerung einer Tasche mit einem Sauerstoffgerät an die Reihe war, hätte man auch gern gewusst, woher denn dieses Ensemble wohl stammt. Gewisses Staunen rief ein Gepäckstück hervor, in dem der Besitzer Panzerglas verstaut hatte. Nur wenige Euros waren erforderlich, um einen neuen Eigentümer zu finden.

Für einige Fahrräder fand sich keine Bieter

Als schwierig erwies sich hingegen, die Leute für eine ganze Reihe von Fahrrädern zu begeistern. Selbst gut erhaltene Trekkingräder wollte niemand mitnehmen - selbst nicht für einen müden Euro. Ein Gast, der sich eher klammheimlich von daheim weggestohlen hatte, meinte nur: „Wenn ich mit so etwas nach Hause komme, fällt es sofort auf“. Diejenigen Gäste aber, die für zwei oder drei Euro ein Markenrad ergattert hatten, schienen recht stolz auf ihren Neuerwerb zu sein. Da sieht man dann auch über die eine oder andere Schrammen am Gestell hinweg.

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