Fachkräftemangel

Auf Herne rollt in Zukunft ein Fachkräftemangel zu

Seit einiger Zeit wird vor dem Fachkräftemangel gewarnt. Zahlen der Agentur für Arbeit zeigen, dass bis zum Jahr 2026 in Herne fast 5000 Fachkräfte in den Ruhestand gehen.

Foto: Monika Skolimowska

Seit einiger Zeit wird vor dem Fachkräftemangel gewarnt. Zahlen der Agentur für Arbeit zeigen, dass bis zum Jahr 2026 in Herne fast 5000 Fachkräfte in den Ruhestand gehen.

Auf Herne rollt verstärkt ein Fachkräftemangel zu. Bis zum Jahr 2026 gehen laut Agentur für Arbeit fast 5000 Fachkräfte in den Ruhestand.

Auf Herne kommt in den kommenden Jahren ein Fachkräftemangel zu. Das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit hervor. Sie hat ermittelt, wie viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigte bis zum Jahr 2026 in vier verschiedenen Gruppen in den Ruhestand treten werden.

Den weitaus größten Anteil bilden in dieser Hinsicht Fachkräfte. 4922 von ihnen werden in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. In der Kategorie „Spezialisten“ werden 1039 ausscheiden, bei den Experten sind es 1163. Bei den Helfern sind es 1325. Das sind zusammen 8449 Personen.

Zum Vergleich: Im August waren in Herne insgesamt 8408 Personen ohne Beschäftigung. Allerdings beträgt der Anteil der Langzeitarbeitslosen 38 Prozent. Laut Regine Schmalhorst, Vorsitzende Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Herne/Bochum, gilt die Faustregel: Je höher der Grad der Ausbildung, desto größer die Chance, nicht arbeitslos zu werden. Darüber hinaus seien es insbesondere die Fachkräfte, die zukünftig fehlen werden.

260 Flüchtlinge in Arbeit vermittelt

Einer, der gute Chancen auf Beschäftigung hat, ist der Syrer Hayyel A. - seinen vollständigen Namen möchte er nicht nennen, um seine Familie, die noch im Heimatland lebt, nicht zu gefährden. Der 30-Jährige ist ausgebildeter Zahnarzt und fällt damit in die Kategorie der Experten, die einen akademischen Hintergrund haben.

Aus Syrien sei er geflüchtet, weil er fürchtete, dass eine der Bürgerkriegsparteien ihn zwingen würde, mit der Waffe zu kämpfen. Hayyel A. gehört zu jenen, die unter teilweise abenteuerlichen Umständen über die Balkan-Route nach Deutschland gekommen sind. Zwei Monate habe er für den Weg benötigt, erzählt er im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. Einmal habe er sogar ein Fahrrad gekauft, um schneller voran zu kommen. Über Bayern sei er nach Herne gekommen. Landsleute, die schon hier leben, hätten ihm von der freundlichen Atmosphäre berichtet. In Herne angekommen, hat er offensichtlich keine Zeit verloren, um seine berufliche Zukunft vorzubereiten. Einem Sprachkurs bei der VHS ließ er einen an der Ruhr-Universität in Bochum folgen. Deutsch zu lernen sei ihm nicht schwer gefallen, Englisch spreche er schon wie seine Muttersprache.

Auf der fachlichen Ebene hat er bereits die Fachspracheprüfung bestanden, auf die Kenntnisprüfung bereitet er sich vor. Er hofft, dass er in Zukunft in Herne als Zahnarzt arbeiten kann, speziell die Oralchirurgie interessiert ihn.

Bei der Agentur für Arbeit schätzt man seine Chancen auf Beschäftigung als gut ein. In den nächsten zehn Jahren werden laut Agentur 128 Ärzte altersbedingt ausscheiden, auch Zahnärzte.

Bei der Integration von Flüchtlingen zieht die Agentur eine positive Bilanz. Im laufendem Jahr seien mehr als 260 Personen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden, das seien mehr als zehn Prozent der geflüchteten Menschen, die der Integration Point an der Heidstraße in Wanne betreut. Das sei angesichts des größten Hindernisses - der fehlenden Sprachkentnisse - ein guter Wert. Bei den Ausbildungsplätzen sehe es ebenfalls gut aus. Elf junge Menschen seien 2018 in eine duale Ausbildung vermittelt worden - 2017 war es noch keiner.

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