Herne. . Die Erich-Fried-Gesamtschule zeigt in ihrem Fotoprojekt „Zeitsprünge“ Collagen aus der NS-Zeit. Die Schüler des Informatik-Kurses des 10. Jahrgangs, haben unter Anleitung ihrer Lehrers Orte und Plätze die zu Symbolen des NS-Diktatur wurden, ausfindig gemacht und aus der heutigen Perspektive abgelichtet.

Die Schrecken der NS-Diktatur liegen jetzt mehr als acht Jahrzehnte zurück. Wie also vermittelt man Schülern heutzutage diesen dunklen Teil der deutschen Geschichte, ohne sie mit trockenem Bücherwissen zu überschütten? In ihrem Fotoprojekt „Zeitsprünge“ hat die Erich-Fried-Gesamtschule einen Ansatz gefunden. Mögen die lebenden Zeitzeugen langsam verstummen, die steinernen Zeugen dieser Zeit sind immer noch da und haben ihre Geschichte zu erzählen.

„Dass das NS-Regime Aufmärsche in Herne hatte, war mir so nicht bewusst“, sagt Taala Muslubas (16). Der Schüler aus dem Informatik-Kurs des 10. Jahrgangs hat mit seinen Mitschülern Orte und Gebäude fotografiert, die im Bezug zur NS-Zeit stehen. „Die Schüler habe die Orte aufgespürt und dann die Gebäude aus der selben Perspektive fotografiert“, sagt Volker Brockhoff, Lehrer und Leiter des Projektes.

Später seien die Fotos per Bildbearbeitungsprogramm überblendet worden, so dass eine Collage aus schwarz-weißer Archivaufnahme und farbiger Aktuellaufnahme entstand. Das fachübergreifende Projekt „Mein Licht gegen das Vergessen“ lieferte dabei die Vorlagen. Im Rahmen dessen wurden für den alternativen Stadtführer „Herne und Wanne Eickel 1933-1945“ so viele Fotos zusammengetragen, die man nun weiterverarbeitete.

Die zwölf Tafeln mit den Fotografien werden vom 10. bis 28. März im Foyer der AOK Nordwest zu sehen sein. Das Gebäude der Krankenkasse an der Hermann-Löns-Straße stand selbst Pate für eines der Bilder, da es auf dem Gelände der damaligen jüdischen Synagoge steht, die in der Pogromnacht vom 9. November 1938 dem Feuer zum Opfer fiel. Anschließend soll die Ausstellung „in unserem Kundencenter in Wanne-Eickel fortgeführt werden“, bietet Wilfried Menke, Niederlassungsleiter der AOK Nordwest, an. Mit Fotografien aus Wanne-Eickel werde das Projekt dann fortgesetzt. Dabei werden die Bombenschäden in Wanne-Eickel zum vorangingen Thema.