Stadtentwicklung

Architekten-Blick für einen „blinden Fleck“

Architekt Thomas Stark und seine Kollegen Jochen Nussdorfer und Detlef Peters (v.l.) vor dem Herner Bunker.

Architekt Thomas Stark und seine Kollegen Jochen Nussdorfer und Detlef Peters (v.l.) vor dem Herner Bunker.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben veranstaltete einen Wettbewerb, um Ideen für den Hochbunker an der Schulstraße zu sammeln. Mit dem Entwürfen könnte sich aus einem „blinden Fleck“ ein Hingucker in Herne entwickeln.

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Die fußläufige Bahnhofstraße ist fast in Sichtweite, trotzdem handelt es sich um eine Art „blinden Fleck“: die Ecke Schulstraße/Hermann-Löns-Straße. Ein Grund ist weithin sichtbar: ein Hochbunker aus dem 2. Weltkrieg. Das ändert sich möglicherweise in Zukunft. Den ersten Anstoß hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gegeben. Sie veranstaltete einen Architektenwettbewerb, um Ideen für eine neue Nutzung des Herner Bunkers zu sammeln.

Die Beweggründe für die BImA sind recht offensichtlich: Hochbunker sind keine Zierde fürs Stadtbild, aber eine Herausforderung in der Vermarktung, weil eine Sanierung schnell in die Millionen geht. Demgegenüber steht die Tatsache, dass die BImA in den kommenden Jahren rund 150 innerstädtische Bunker verkaufen will. Mit einem Wettbewerb soll die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt werden, zumal es mehrere Beispiele gibt, dass aus einer Renovierung Architektur-Ikonen entstehen können.

„Heimspiel“ für Thomas Stark

Fast 30 Architekten forderte die BImA zur Teilnahme auf, der Siegerentwurf kommt vom Hamburger Architekten Peer Janiak, der ein Gemeinschaftshaus für Jung und Alt entwarf und ökologische Lösungen einbezog.

Fast ein „Heimspiel“ hatte der Zweitplatzierte: Thomas Stark. Der Bochumer Architekt kennt sich mit Bunkern bestens aus, hat er doch die viel beachtete Umgestaltung des sogenannten „Zentralmassivs“ in der Nachbarstadt geplant.

Starks Vorstellung für das Herner Gebäude, das bislang verschlossen und damit abweisend aufragt: Tiefe und große Öffnungen sollen den Bunker geradezu aufreißen und Licht hineinlassen. Im Untergeschoss könnten zwei Kinosäle Platz finden, im Erdgeschoss Büroräume für Firmen aus dem künstlerischen Bereich, in den Obergeschossen seien nach Starks Worten ein kleines Theater und ein Schulungsraum denkbar. Quasi als Zugabe hat Stark in seinem Entwurf ein Café auf dem Dach vorgesehen. Beim Blick auf das wenig attraktive Umfeld wirkt es fast wie ein Augenzwinkern, dass ein Teil des Gebäudes in goldener Farbe erstrahlen soll.

Friedrichs hofft auf einen Nutzer

Die Kosten für die Realisierung sind alles andere als eine Kleinigkeit. „Das Bunker-Innere ist doch ziemlich mitgenommen, deshalb müsste man wohl inklusive der Dachgestaltung rund drei Millionen Euro veranschlagen“, sagt Stark. Die Umbauzeit würde wohl mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Da stellt sich automatisch die Frage nach einem Investor. „Es gibt durchaus Menschen, die das nötige Geld, aber keine Idee für so ein Gebäude haben“, schildert Stark seine Erfahrungen.

Planungsdezernent Karlheinz Friedrichs freut sich, dass die BImA Herne für den Wettbewerb ausgewählt hat und hofft, dass einer der Preisträger einen Nutzer findet.

So könnte sich der „blinde Fleck“ in einen echten „Hingucker“ verwandeln.

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