Arbeitsrecht

Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf hitzefrei

Auch wenn es im Büro richtig heiß wird, haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf hitzefrei.

Auch wenn es im Büro richtig heiß wird, haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf hitzefrei.

Foto: dpa Picture-Alliance / Andrea Warnecke

Herne.  Einen Anspruch auf hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer nicht. Ab einer Temperatur von 30 Grad müssen Arbeitgeber aber einige Maßnahmen treffen.

An heißen Tagen einfach früher von der Arbeit nach Hause? Diese Möglichkeit gibt es für die meisten Arbeitnehmer nicht. Denn: Sie haben keinen Anspruch auf hitzefrei. Es gibt allerdings einige Vorschriften, die dafür sorgen sollen, dass das Arbeiten auch an heißen Tagen so angenehm wie möglich ist.

„Es geht im Groben darum, dass der Arbeitgeber Bedingungen schaffen muss, die das Arbeiten auch bei Hitze ermöglichen“, sagt Hermann Weidenbach, Anwalt für Arbeitsrecht aus Herne. Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel das Bereitstellen von Wasser oder Ventilatoren oder auch die Verdunkelung von Räumen. „Ab 30 Grad Raumtemperatur sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, mögliche Maßnahmen zu ergreifen. Ab 35 Grad gilt ein Raum als nicht mehr fürs Arbeiten geeignet.“ Wenn Arbeitgeber in so einem Fall nicht handeln, machen sie sich strafbar, so Weidenbach.

Strafe bis zu 5000 Euro

Die „Pflicht zu Schutzmaßnahmen“ ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt und verpflichtet die Arbeitgeber, „Räume, Vorrichtungen oder Gerätschaften (...) so einzurichten, dass der Verpflichtete gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschützt ist, als die Natur der Dienstleistung es gestattet“. Wenn sich ein Arbeitgeber nicht daran hält, sei das eine Ordnungswidrigkeit und könne mit bis zu 5000 Euro bestraft werden. Die Formulierung des Gesetztes zeigt aber auch: die Regelung ist relativ unpräzise. „Die Maßnahmen sind für jeden Job unterschiedlich, im Büro sind andere Dinge möglich als zum Beispiel auf einer Baustelle. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung“, sagt Weidenbach. Auch gerichtliche Urteile seien deshalb mal zugunsten der Arbeitnehmer und mal zugunsten der Arbeitgeber ausgefallen. „Weil der in diesem Fall zum Beispiel alles versucht hat, um das Arbeiten angenehm zu gestalten.“

Ebenso könne die Situation für jeden Arbeitnehmer auch im gleichen Job verschieden sein: Ein 60-Jähriger beispielsweise sei wahrscheinlich hitzeempfindlicher als ein 25-Jähriger. „Im Großen und Ganzen geht es immer darum, dass die Gesundheit nicht gefährdet ist“, so Weidenbach.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben