Migration

Anlaufstelle für Südosteuropäer in Herne bleibt

Rumänisch und Bulgarisch sprechen können die Mitarbeiterinnen der beiden Beratungsstellen für Südosteuropäer in Herne und Wanne-Eickel.

Rumänisch und Bulgarisch sprechen können die Mitarbeiterinnen der beiden Beratungsstellen für Südosteuropäer in Herne und Wanne-Eickel.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Die Stadt bekommt weitere 750.000 Euro von der EU für zwei Jahre. Beratungsstellen helfen Bulgaren und Rumänien, sich zurecht zu finden.

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Europa hilft in Herne: Mit einer frischen Förderung ausgestattet, können Stadt und Caritas, die Gesellschaft für freie Sozialarbeit (GfS), PlanB und IFAK sich weiterhin um Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien kümmern. Um Menschen, die Hilfe vor allem im Dschungel der Bürokratie benötigen.

Mit 750.000 Euro für die kommenden zwei Jahre ausgestattet, können ein halbes Dutzend Mitarbeiter wie bereits in der Vergangenheit Menschen aus Südeuropa helfen, in Herne anzukommen. Die Beteiligten stellten das Projekt am Dienstag im Herner Rathaus vor und wiesen auf dessen Dringlichkeit hin. Von den rund 3500 gemeldeten Bürgern aus Rumänien und Bulgarien hätten sich in den vergangenen drei Jahren immerhin 1621 an eine der beiden Informationsstellen in Herne und Wanne gewandt. Vor allem Fragen rund ums Kindergeld, aber auch um die Arbeitssituation brennen den Ratsuchenden auf den Nägeln, berichtete Alina Kühnel vom Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendarbeit, IFAK: „Ein Großteil der Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien ist auf Schlachthöfen beschäftigt oder in anderen Brachen, wo Geringqualifizierte gesucht werden. Dort werden sie oftmals ausgebeutet, müssen viel zu lange arbeiten und bekommen dafür nur ganz geringe Löhne.“ Die Beratungsstellen des Programms „In Herne angekommen“ helfen Ratsuchenden, Anlaufstellen zu finden, die ihnen weiterhelfen können. Der Vorteil der Mitarbeiter: Sie können allesamt muttersprachlich arbeiten, stammen entsprechend aus Bulgarien oder Rumänien wie auch Alina Kühnel.

Wohnführerschein

Die Beratungsstellen helfen aber auch, wenn sich beispielsweise Nachbarn von Immobilien, in denen die Zugewanderten wohnen, über Probleme mit Vermüllung beschweren. Sie können einen sogenannten „Wohnführerschein“ absolvierten, in dem auch das Thema Mülltrennung und -entsorgung vorkommt. Oder sie führen die Zugewanderten in die deutsche Gesetzeslage ein, wie zum Beispiel in das Thema Schulpflicht.

„Das ist ein guter Schritt zur Integration dieser Gruppe in unsere Gesellschaft. Ohne solche Anlaufstellen geht es nicht“, machte Sozialdezernent Johannes Chudziak deutlich. Mit dem veränderten Programm der EU können sich die Beratungsstellen jetzt auch um Kinder kümmern, die jünger als sieben Jahre sind und sie somit auch einfacher in Kindertagesstätten integrieren. Integration von Anfang an also. Ob das Projekt auch auf Nachhaltigkeit angelegt ist, werde sich allerdings erst zeigen, wenn es über zwei Jahre hinaus weitergeführt werde, merkte Gisbert Luig, Projektleiter bei der GfS, an.

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