Schwurgericht

Angriff mit Machete: Opfer hatte bei Attacke großes Glück

Ort der Verhandlung: das Schwurgericht im Justizzentrum Bochum.

Foto: Hans Blossey

Ort der Verhandlung: das Schwurgericht im Justizzentrum Bochum.

Herne.   Ein Herner hat einen Mann mit einer Machete schwer verletzt. Wie dramatisch die Verletzung war, schilderte eine Notärztin nun vor Gericht.

Im Prozess um einen Macheten-Angriff durch einen Studenten (25) aus Herne hat die Notärztin vor dem Schwurgericht bestätigt, dass das Opfer offenbar großes Glück gehabt hat. Nur wenige Millimeter tiefer hätten die Halsschnittwunden dramatische Folgen auslösen können.

Der Treffer mit dem säbelartigen Messer habe den Anwohner eines Hochhauses beim Gerangel an einer „ganz unglücklichen Stelle am Hals“ getroffen, sagte die Medizinerin am Dienstag in Bochum. Für sie habe höchste Alarmstufe geherrscht: „Auch wenn nur wenig Blut nach außen tritt, ist das nie ein sicheres Zeichen, dass kein Gefäß verletzt worden ist.“ In diesem Fall habe die auf vier bis fünf Zentimetern aufgeschnittene Wunde am Hals unweit von der Schlagader gelegen. Daher habe sie die Verletzung auch klar als lebensbedrohlich eingestuft.

Student bestreitet Tötungsabsicht

Ein Herner Chemie-Student und ein mitangeklagter Freund (27) haben bereits zugegeben, am 3. März mit einer Machete und einem Schlagstock bewaffnet zu einem Hochhaus nach Herten gefahren und mit einem Anwohner aneinandergeraten zu sein. Anlass war ein Streit des späteren Opfers mit der Verlobten des Mitangeklagten. Eine Hochhaus-Anwohnerin erinnerte sich an ein sehr aggressives Auftreten des späteren Opfers bei dem blutigen Gerangel in der siebten Etage: Der Mann habe mit einem Klappspaten um sich geschlagen und seinen Hund auf die Angreifer gehetzt.

Der Herner Student hatte einen Schlag mit der Machete zwar eingeräumt, eine Tötungsabsicht allerdings abgestritten. Weil die Richter nach vorläufiger Bewertung tatsächlich nicht mehr von einem Tötungsvorsatz ausgehen, entließen sie die Angeklagten am Nachmittag aus der U-Haft auf freie Füße. Der daraufhin im Zuschauerbereich aufbrandende Applaus könnte allerdings noch Folgen haben. Der Vorsitzende Richter wies die Wachtmeister an, zwecks eines möglichen Ordnungsgeldes die Personalien von allen anwesenden Zuschauern zu notieren.

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