Kilometerstand

Angehender Berufskraftfahrer will Herner Tachokönig werden

Der 23-jährige Pascal Mertikat am Steuer seines Audi A6.

Der 23-jährige Pascal Mertikat am Steuer seines Audi A6.

Foto: Dietmar Wäsche

Herne.   Privat und im Beruf legt der Herner Pascal Mertikat viele Kilometer zurück. Jetzt will der angehende Berufskraftfahrer Tachokönig werden.

Wenn es um Hobby und Beruf geht, verschwinden bei Pascal Mertikat oftmals die Grenzen. „Ich sitze nun mal äußerst gern hinter dem Lenkrad“, sagt der 23-Jährige. Dazu hat er reichlich Gelegenheit. Als Berufspendler ist er mit seinem Audi ständig unterwegs und als angehender Berufskraftfahrer auch dauernd auf Achse. Dass der Tachostand seines Privatwagens schon bei mehr als 308 000 Kilometern angelangt ist, hat aber nicht nur mit der Leidenschaft fürs Auto zu tun, sondern auch mit beruflichen Herausforderungen. Denn bevor er in den Lkw der Logistikfirma einsteigen kann, bei der er eine Ausbildung begonnen hat, muss er erst einmal den Weg zum Firmensitz zurücklegen. „Die hat ihren Standort im Dortmunder Hafen“, erzählt er. „Das sind pro Tag über 60 Kilometer“.

Erinnerungen an den Vater

Ähnlich groß war auch die Entfernung, als er noch in Witten tätig war. Pascal Mertikat hat bei einer dortigen Firma eine Ausbildung als Anlagenmechaniker absolviert und abgeschlossen. Doch er suchte noch eine neue Herausforderung. Vielleicht waren es auch die Erinnerungen an seinen viel zu früh verstorbenen Vater, die ihn nicht losließen. Welchen Beruf er ausgeübt hatte, bedarf wohl keiner Frage. „Früher sagte man noch Lkw-Fahrer“, sagt Mertikat. Und er hat noch die Bilder vor Augen, als ihn sein Vater mit zu der Spedition genommen hat, bei der er beschäftigt war. Sich mit Vater gemeinsam Lastwagen anschauen zu können, gehört zu den schönsten Erlebnissen seiner Kindheit.

Schon als Jugendlicher hatte er dann aber auch entdeckt, welchen Pkw er sich mal zulegen möchte. Heute kann und will der gebürtige Gelsenkirchener einen gewissen Stolz auf das Fahrzeug nicht verbergen, das er vor über drei Jahren kaufte. Es wurde ein Audi A6, so wie er sich ihn vorgestellt hatte, Baujahr 1998, Benziner, 165 PS.

Ein Raser, betont er, sei er nun wirklich nicht

Aus den Pferdestärken dürfe man aber keine falschen Schlüsse ziehen, sagt er. Ein Raser sei er nun wirklich nicht. „Was habe ich denn vom hohen Tempo? In der Stadt lande ich damit gleich vor der nächsten Ampel und auf der Autobahn im Stau“. Zudem gehöre er der Freiwilligen Feuerwehr an, Löschzug Röhlinghausen. Da wisse er ohnehin um die Gefahren, denen Menschen ausgesetzt sind. Um für das Ehrenamt fit zu bleiben, hat er sich einem Lauftreff von freiwilligen Feuerwehrleuten angeschlossen. Dabei sei eine Idee entstanden, die die Tachonadel auch ab und an rotieren lässt. Mertikat und Kollegen beteiligten sich an Laufwettbewerben wie beispielsweise dem Spendenlauf, der in Kürze in Höxter starte. Solche Aktionen seien schon anstrengend genug, aber die Gruppe scheue nun mal keine Strapazen. In voller Feuerwehrmontur laufe sie mit. Als im vergangenen Jahr die Elisabeth-Gruppe zum Firmenlauf aufgerufen hatte, mischte sich Mertikat mit zwei weiteren Kollegen unter die Teilnehmer. Die Fotos von damals lassen erahnen, wie es ihnen ergangen ist bei 30 Grad im Schatten: „Wir wollen eben für Einsätze gewappnet sein, die uns besondere Belastungen abfordern“.

Mit Hitze muss er auch als Berufskraftfahrer umgehen können, denn trotz aller Klimaanlagen im Lkw bleibt noch genug Arbeit außerhalb der Fahrerkabine. Dass sein Privatwagen ebenfalls eine Klimaanlage hat, „gehört für mich dazu“, sagt Mertikat. Auf langen Fahrten dürften er und seine Frau die Technik zu schätzen wissen. Gemeinsam haben sie unter anderem Berlin und Bremen besucht und die Hochzeitsreise führte sie nach Paris. Die Tour war übrigens mit rund 1100 Kilometern am heutigen Tachostand beteiligt.

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