Historie

Alte Grabmale sind Zeugen aus längst vergangenen Zeiten

Ahnenforscher Andreas Janik trägt mit seinen Recherchen dazu bei, das Schicksal der

Ahnenforscher Andreas Janik trägt mit seinen Recherchen dazu bei, das Schicksal der

Foto: Svenja Hanusch

Herne.   Der Herner Andreas Janik widmet sich der Ahnenforschung. Zu den Steinen des neuen Gräberfelds in Herne-Süd hat er Bemerkenswertes herausgefunden.

Seit vielen Jahren befasst sich Heimatforscher Andreas Janik mit der Geschichte von Herne-Süd. Dort lebt und arbeitet der Friseurmeister. Großes Lob spendet er der Stadt für ein Projekt, das den Friedhof des Ortsteils bereichere. Auf einem neu angelegten Gräberfeld kommen alte, aber besonders stilvolle Grabsteine zu Ehren. Darüber hatte die WAZ kürzlich berichtet. Da der 54-Jährige auch intensiv Ahnenforschung betreibt, hat er sich mit den Lebenswegen der Menschen befasst, an die die Steine erinnern. Mit der Zusammenstellung biografischer Daten kann er eine Lücke schließen, hieß es doch bislang immer, über die Personen sei kaum etwas bekannt.

Gewerkschaft gegründet

Die Inschrift zu Josef Funke gebe zu verstehen, dass er die christliche Gewerkschaft in Herne gegründet habe. Aus den geschichtlichen Zusammenhängen, erläutert Janik, lässt sich aber zumindest der Zeitraum eingrenzen, es müssen die Jahre zwischen 1889 und 1894 gewesen sein. Über Funke finde man zudem in Adressbüchern der Stadt Herne den Hinweis, dass er ein Berginvalide gewesen sei, also jemand, der durch Unfall, Krankheit oder Alter seinen Beruf als Bergmann nicht mehr ausüben konnte.

Neben den zur Recherche benutzten Adressbüchern und Namensregistern des Standesamtes sind es besonders die Kirchenbücher der evangelischen Kirchengemeinde Herne, aus denen Andreas Janik seine Informationen bezieht.

Erinnerungen verunglückte Bergleute

So hat er beispielsweise herausgefunden, dass Fritz Hotopp im Schacht 10 der Zeche Constantin am 15. April 1917 verunglückte, die Inschrift nennt lediglich das Datum. Zudem haben die Recherchen ergeben, dass der Bergmann, der 28 Jahre alt wurde, eine Frau und einen dreijährigen Jungen hinterließ. Max Seidel war ebenfalls Bergmann und verunglückte mit 42 Jahren rund einen Monat später als Fritz Hotopp auf Constantin. Mit seiner Frau zusammen hatte er vier Kinder: 16, 12, 10 und anderthalb Jahre alt. Bereits im Alter von 33 Jahren starb der Bergmann Ernst Branz, der eine Frau und eine fünfjährige Tochter hinterließ. Todesursache war Lungenschwindsucht, also Tuberkulose. Aus weiteren Dokumenten gehe hervor, so Janik, dass beim Magazinverwalter Willy Plenter Gelenkrheumatismus zum Tode führte, er wurde nur 15 Jahre alt.

Häufig sei bei Grabsteinen von stummen Zeugen die Rede, sagt der Heimatforscher. Anhand der dort verewigten Daten können die Steine helfen, mehr über das Leben und Leid der Menschen herauszufinden. Da Friedhöfe solche Orte des Erinnerns sind, stattet der Herner ihnen auch häufig Besuche ab. Dem Friedhof in Herne-Süd fühlt er sich eng verbunden, weil sich dort die Grabstätten seiner Eltern befinden.

Auffällig gestaltetes Grabmal

Zu den Steinen gehöre auch ein besonders auffällig gestaltetes Grabmal mit dem Namenszug Rings. Die auffällige Anfertigung verwundere kaum, handele es sich um die bekannte Steinmetzfamilie. Zur Familiengeschichte hat Janik herausgefunden, dass einer der Urahnen 1852 in Herdecke die Tochter eines aus Herne stammenden Zimmermanns heiratete.

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